Landwirtschaft

Hier stellen wir nach und nach aktuelle und ehemalige Landwirte, Tierhalter usw., die in die Ortsgeschichte eingingen, vor

Scholl's Dreschmaschine findet man unter Handwerker, Zimmerer (mobile Säge)

Bereits hier eingepflegt: Willi Ittner (Erdbeer- und Himbeeranbau, Obstbäume, Ponys/Ranch) und Theo Merkel (Schäfer)


Willi Ittner  (* 25. April 1934    † 26. April 2024)



24.4.2024: Aus gegebenem Anlass gab es in der Kalenderwoche 2024-16 zum aktuellen Bilderrätsel ein zusätzliches Personenrätsel. Gesucht war der fesche Junge im fliederfarbenen Blazer. Das Foto entstand im Sommer 1942 im Sudetenland, zu sehen ist der achtjährige Willi Ittner mit seinem zweijährigen Bruder Roland. Noch im November des gleichen Jahres verstarb Mutter Gabi Ittner, Vater Karl folgte seiner Frau nur drei Monate später. Roland wurde bei seiner Tante Peppi untergebracht, der zweitälteste Bruder Karl (5 Jahre) kam ins Waisenhaus, nur Willi durfte bei seiner Großmutter Anna bleiben, bevor beide nach Kriegsende aus ihrer Heimat vertrieben wurden.


   
            Die Eltern Gabi & Karl Ittner 1937                            Willi mit Mutter Gabi 1935/36              Willi mit Oma Anna 1937


 

Ein Bollerwagen mit max. 50 kg des Hab und Gutes -  das war alles, was den Vertriebenen geblieben war. An der Stelle im Bild rechts blickte Willis Großmutter im Mai 1946 auf den Ort zurück und meinte: "Na Trebetitsch - werde ich dich nicht mehr sehen?" ... sie sah ihren Heimatort nie mehr. Willi besuchte Trebetitsch erstmals im Jahre 1964 und machte dieses Foto.



Im Viehwagon kamen der 12-jährige Willi und seine 80-jährige Oma letztendlich in Niedernberg an und wurden von der Familie Michael Sendelbach mit offenen Armen aufgenommen. Das war vor fast 78 Jahren – seither ist wahrlich viel Wasser den Main hinuntergelaufen! Willi lebte sich in seiner neuen Heimat bestens ein und fand hier sein Glück. Er feiert am morgigen Donnerstag mit seiner Frau Liesel, seinen beiden Kindern und den fünf Enkelkindern seinen 90. Geburtstag!

 
Liesel & Willi nach der kirchlichen Trauung 1957, eskortiert vom Vater Karl Gerlach und Pflegevater Michael Sendelbach, hinter dem Brautpaar laufen Willis Brüder Roland und Karl. Auf dem rechten Bild Liesel mit ihren Eltern und Willi mit seinen Pflegeltern Barbara und Michael Sendelbach, die Willi Mutter und Vater nannte und denen er heute noch dankbar ist.


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Nachtrag 24.4.24: Willi muss seinen 90. Geburtstag im Krankenbett feiern, nach einem Sturz vor 3 Wochen und zwischenzeitlicher Genesung bekam er jetzt nachträglich Schmerzen und verweilt seit gestern (für wahrscheinlich 8 Tage) im Krankenhaus Aschaffenburg. Seine große Geburtstagsfeier wurde abgesagt. Wir wünschen Willi gute Besserung!

Nachtrag 27.4.2024:
Gestern, am Freitag, den 26. April 2024 ist Willi Ittner im Krankenhaus verstorben. Nachdem es zunächst hieß, nach 8 Tagen könne er wieder nach Hause, hatte sich sein Zustand erheblich verschlechtert, eine Hirnblutung kam hinzu, die Ärzte konnten letztendlich nichts mehr für ihn tun. Willi hatte sich so sehr auf seine für den heutigen Samstag geplante Geburtstagsfeier gefreut, wollte den Niedernbergern mit einer ausführlichen Geschichte über sein Leben noch einmal Danke sagen. Vortragen sollte die Laudatio der Geschichtsverein Niedernberg. Der Zuständige hatte sich anhand seiner vielen interessanten, persönlichen  Aufzeichungen aus seiner Lebensgeschichte gründlich darauf vorbereitet. Es ist sehr traurig, dass Willi, der geistig noch völlig auf der Höhe war, diese Feier nicht mehr erleben dufte. Willi wurde 90 Jahre und einen Tag alt. Den Mittwoch, der Tag vor seinem 90. Geburtstag, musste er mit Schmerzen im Krankenhaus verbringen, wollte nicht lametieren, hatte die Schmerzen zunächst unterdrückt. Das Amtsblatt mit der Auflösung seines Personenrätsels, welches ihm Liesel am Donnerstag, seinem Geburtstag, ins Krankenzimmer mitbrachte, wollte und konnte er gar nicht mehr lesen, zu groß waren die Schmerzen, er mochte gar nichts und niemanden mehr sehen, geschweige denn seinen 90. Geburtstag feiern. Dinge, auf die sich Willi seit vielen Wochen ganz besonders gefreut hatte. Diesen Rückblick hier werden wir weiterhin vervollständigen, auch mit Details, welche an der großen Feier vorgetragen werden sollten. Das sind wir ihm schuldig. Ruhe in Frieden, Willi!


"Auf meiner Ranch - da bin ich König!" hatte Willi handschriftlich in einem seiner Fotoalben hinterlegt. Im Bild der hintere Teil der Ranch. Rechts waren das große Erdbeerfeld. Das Foto von Willi entstand 4 Wochen vor seinem Tod, im vorderen Teil der Ranch, am Eingang des Gartenhauses.  

   
Die Einladung zur Geburtstagsfeier, zu der es leider nicht mehr kam.


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Links: Die drei Brüder Willi, Roland und Karl (v.li.n.re.) im Jahre 1943, bevor sie nach den Tod ihrer Eltern getrennt wurden und 1946 aus der Heimat in verschiedene Richtungen vertrieben wurden. Über einen erfolgreichen Suchdienst gab es nach 13 Jahren ein erfreuliches Wiedersehen. Das rechte Foto wurde kurz danach im Jahre 1957 aufgenommen (Karl., Roland, Willi). Mehr Hintergründe hierzu anhand der nachfolgenden Presseberichte und ein damaliges Schreiben. 

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Zeltager der KJG im Jahre 1953: Die Fahne "St. Georg Niedernberg" ist gehisst, die Köpfe der Pfadfinder luken aus den Zweimannzelten hervor. Ganz vorne Willi Ittner, der schon damals mit 19 Jahren sehr aktiv war, eine optimale Integration in in Niedernberg und seinen Vereinen hatte. Die Originalfahne der deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg hängt heute neben vielen anderen Erinnerungen in Willis Gartenhaus auf der Ranch. Rechts im Bild die jungen Niedernberger Abenteurer, Willi in der Bildmitte, links neben ihm Walter Reinhard.


Auch in der Theatergruppe der KJG Niedernberg (wurde unter Pfarrer Franz Eckert eingeführt) war Willi aktiv. Die Aufnahme entstand um 1950. Willi ist der linke Lanzenträger.



Willi 1956 bei der Heuernte in Mosholzen



Willi und Liesel An Fasching mItte der 50er in der Krone



 
Mitte der 50er Jahre: Fasching in der Linde. Liesel, Willi, Ida und Karlheinz.

   
Faschingstänzchen Liesel und Seppel. Bild mittig: Theo, Ida, Liesel und Willi, Bild rechts: Liesel und Kurt

 
Kreiskarnevalszug Niedernberg in den 80er Jahren: Willi am Steuer des 4er-Rads


Obere Reihe: Willi & Liesel beim Faschingstanz in der Linde, beim „Bierchen“, mit den Kindern Jutta & Michael u. auf ihrer „Ranch“.


  

Jubiläumsfoto zum 90-Jährigen des Radsportverein Germania Niedernberg im Jahre 1991. Willi ist oben rechts zu sehen. Im Gartenhaus auf der Ranch hängen etliche Vereins-Urkunden, Willi zeigt sie voller Stolz. Er ist mit Liesel Mitglied in acht Vereinen (in vier davon als Ehrenmitglied), u.a. seit 70 Jahren im Radsportverein, war dort 30 Jahre Pressewart.



Gruppenbild des Obst- und Gartenbauverein Niedernberg im Jahre 1999, Willi findet man vorne in der Bildmitte.




Willi ging in die Schneiderlehre, bildete sich weiter als Zuschneider (Foto 1954 in der Zuschneideschule in Frankfurt). 


 
Im Gruppenbild beim Zuschneidelehrgang 1954 bei Arnold in Aschaffenburg steht Willi mittig unter dem "Hallo", rechts von ihm sein Niedernberger Kollege Theo Scheurich. Foto rechts: Willi als Zuschneider im Jahre 1957. Später ging Willi 34 Jahre lang in die Glanzstoff / Akzo, im Jahre 1993 trat in den wohlverdienten Ruhestand.


Willi mit seiner Liesel bei einer Betriebsfeier mit den Mitarbeiter*innen der Glanzstoff 1960/70er Jahre.




 

Erbeerpflücken bei Ittners. Im Hintergrund die Rückseite des ehem. Müllkaute-Geländes mit Kiesabbau (Bild links) und im rechten Bild Willi mit ein paar Schälchen Erdbeeren, im Hintergrund die große Halle von Rupp Fertiggaragen.GmbH.

 
Links: Rosel und Walter Trageser vor dem Planwagen. Bild rechts: Lisel und Rosel in der Obstplantage

30 Jahre bewirtschaftete Willi mit seiner Liesel 1 Hektar Erdbeer- & Himbeerland u. 400 Obstbäume.


   
Feiern auf der Ranch! Foto links: Liese  l, Frieda, Maria, Sieglinde und Helma. Rechtes Foto: Michael, Willi, Schwiegersohn Michael, Erich mit Schifferklavier und Walter.


 
 Willi lässt seine Enkelkinder reiten. Das größe  Glück auf Erden - liegt auf dem Rücken von Ponys und Pferden.

Pierre (oben rechts), Diana (unten links) und Selina (unten rechts).

 


 

Seine große Leidenschaft waren seine Ponys, mit welchen er auch vor den Wagen oder der Kutsche gespannt Personenfahrten unternahm.


Willi als stolzer Mexikaner mit seinem Pony-Dreigesppann an Fasching


 

 





 
Zwei Jahrgangsausflüge mit Omnibus Seitz. Besonders die Damen sind den Zeiten entsprechend ansehnlich gekleidet. Auffallend im linken Bild die bodenlangen Schlaghosen, ein Trend aus den 70ern, der aktuell wieder angesagt ist.


Gruppenfoto vor der Sandsteinschule des Jahrgangs 1934/35 anlässlich eines Ausfluges zum 50. Geburtstag. Die Fahrt ging nach Wiesbaden, Espenschied, Bad Schwalbach und zum Idsteiner Freilichtmuseum. Im Sportlerheim der Spvgg Niedernberg ließ man den Tag mit dem Wirt und Jahrgangskollegen Engelbert Fecher ("Stornskopp") ausklingen. Willi findet man in der 2.Reihe, Dritter von rechts.

 
Klassentreffen des Jahrgangs 1933/34 zum 70. Geburtstag am 9.9.2003 auf Ittners Ranch. Im rechten Bild sieht man Engelbert Fecher und Willi Ittner - der Händedruck zum Abschied der beiden Schulkameraden bedeutete einen Abschied auf immer - am nächsten Tag verstarb Engelbert († 10.9.2003). 


Jahrgangsausflug 2004 zur Niedernberger Farmerstube (Marienhof).


 

Das Amtsblatt-Foto mit den „glorreichen Neun“ (Schulentlassungsausflug 1953 des Jahrgangs 1934/35 ins Waldhaus Obernburg / Highlight-Foto / Wochenrätsel der KW41/2023) inspirierte Willi Ittner dazu, seinen ehemaligen Schulkameraden Hermann Hartlaub zum Seniorentreff in der Spätlese einzuladen, siehe Bild rechts. Der ehemals brillante Fußballer lebt seit 1960 in Sulzbach, fand eine Anstellung in der Schneiderei Julius Lang. Die beiden sind die einzigen noch Lebenden der neun Burschen, die damals allesamt den Schneiderberuf erlernten. Die Personenauflösung fand gemeinsam mit Willi und Hermann in der Spätlese statt. V.li.n.re: Alwin Reinhardt (erfolgreicher Ringer), Josef „Seppel“ Hesbacher und Kurt Scheurich (beide beliebte Trainer- und Betreuer der Fußballjugend), Hermann Scheurich (Kleiderfabrik Gebr. Scheu-rich), Hermann Hartlaub (s.o.), Norbert Wenzel (Radsportverein, zuletzt Fa. Gollas), Herbert Aull (Druckerei Röhl), Willi Ittner (Mitglied in 8 Vereinen, u.a. 60 Jahre Radsportverein, 34 Jahre Akzo) und ganz rechts Engelbert Fecher („Stornskopp“, Sportheim Spvgg), der 1953 per Selbstauslöser das schöne Foto vor dem Waldhaus Obernburg knipste.



          
Willi fand in Niedernberg mit Liesel sein Glück, seit 67 Jahren (Stand 2024) sind die beiden verheiratet. Voller Stolz können sie auf ihre beiden Kinder, fünf Enkelkinder und 4 Urenkelkinder blicken. Links Michael &  Elke (Hochzeit 1988) mit ihren drei Kindern. Rechts Jutta und Michael (Hochzeit 1989) und ihre beiden Kinder.


 
Bild links: Liesel, Willi und Schwiegersohn Michael um 1990 bei einem Ausflug in den Schnee (Hoherodskopf / Vogelsberg). Bild rechts: Gruppenbild 1994 mit dem Geburtstagskind zu Willis 60. Geburtstag. Gefeiert wurde oben in der Mainaussicht, im Hintergrund die Mainfähre, welche im gleichen Jahr wegen Motorschadens den Betrieb für immer einstellte. 


2017 konnten Liesel und Willi Diamanthochzeit feiern. Neben den Jubiläumspaar Schwester Dimaris und Schwester Norbertine. Fünf Jahre später  durfte sogar die seltene "Eiserne Hochzeit" für 65 Jahre Ehe gefeiert werden. 



Wie weiter oben erwähnt schrieb Willi einmal "Auf meiner Ranch - da bin ich König!... und Liesel ist Königin! Nachfolgend die ersten Bilder von einem Ranchbesuch Ende März 2024, Beschreibung und weiter Bilder folgen!

     
   
   

   






 

Friedhof Deutschtrebetitsch: Die Inschriften an der Grabstätte der Ittners lassen erahnen, dass die Familie einen hohen Status in ihrem Heimatort hatten. Von Willis Eltern wurde eine Gaststätte und ein Kolonialwarengeschäft betrieben, siehe auch nachfolgende Bilder.


 

Das Elternhaus von Willi Ittner in Deutsch-Trebetitsch (heute Neu-Trebetitsch/Nové Třebčice). Auf der linken Seite jeweils das Wohnhaus, rechts der damalige Anbau mit dem Hostinec / Gasthaus Ittner und Ittners Kolonialwaren. Im linken Foto um 1936 sind die Schriftzüge an der Wand noch intakt. Der Zusatzschriftzug "Hostinec" (= Gasthaus auf Tschechisch) war Pflicht. Eltern und Kinder stehen vor der Haustüre, zwei Frauen am Eingang des Kolonialwarenladens, dessen Türen mit alten Emailschild-Reklamen versehen sind. Siehe ähnliches Detailbild aus dem Sudetenland hier...   Die linke Frau vor dem Ladeneingang ist Willis Großmutter Anna, die sich nach dem Tod seiner Eltern um ihn sorgte und nach der Vertreibung mit ihm nach Niedernberg kam.

Bild rechts(1964): Das Nebengebäudesteht leer, Putz bröckelt ab, nur noch der Name „Ittner“ ist lesbar. Kinder spielen auf dem gerodeten Vorplatz. Bild rechts: Das Anwesen 1990, das Nebengebäude wurde durch einen Wohnbau ersetzt.


 
Im linken Bild das Anwesen im Jahre 1990 - das Nebengebäude mit Gasthaus und Laden wurde durch einen kleinen Wohnbau ersetzt. Das rechte Bild ist von 2013, das nachgolgende Bild aus dem Jahre 2023. An den im Foto von 1964 sichtbar gerodeten Stellen wurden wieder Bäume gepflanzt.


 
Luftaufnahme von Trebetitsch aus dem 2002 und eine Ansichtskarte zum 600-jährigen Jubiläum des Tschechischen Ortes. Auf der Postkarte ist oben links eine Dorfpartie mit dem ehemaligen Wohnaus der Familie Ittner abgebildet.

Diese Abendaufnahme aus dem Jahre 1970 lässt erkennen, an welch idyllischem Plätzchen das Ittner-Anwesen, das im Hintergrund zwischen den Bäumen zu sehen ist, stand.


Es werden noch einige weitere Bilder und Texte (insbesondere zum Thema Ranch) eingepflegt, Die nächste Aktualisierung erfolgt am Mittwoch, 22.5.2024 gegen 22 Uhr

Derzeit bearbeiten wir, wie angekündigt, auch eine hierzu passende, neue RubrikSudetenland / Heimatvertriebene“. Diese wird nach und nach mit mehr Inhalt versehen. Hierfür suchen wir noch einige Fotos, z.B. Originalbilder von damals aus dem Sudetenland. Gerne auchFotos von früheren oder auch aktuellen Besuchen der ehemaligen Heimat vieler Niedernberger bzw. deren Eltern und Großeltern. Einfach unter 0171-7883689 (mobil / WhatsApp / SMS) oder per E-Mail Bescheid geben, wir holen die Fotos ab, digitalisieren diese und bringen sie auf Wunsch wieder zurück.

Zur Rubrik Heimatvertriebene einfach aufs nachfolgende Vorschaubild klicken:







Schäfer Theo Merkel


Diese Aufnahme vom Wochenrätsel KW 40 erinnert an Zeiten, als die Fernsehserie „Lassie“ erstmals über die deutschen Bildschirme flimmerte. Der gesuchte Bub, der hier ganz cool und lässig in die Kamera blickt, ist unser Schäfer Theo Merkel (* 1951) bei seiner Einschulung im Jahre 1958. Nach Schulabschluss schloss er eine Lehre zum Landmaschinen-Mechaniker ab. Der gebürtige Niedernberger lebt mit seiner Frau Gertrud in der Bietstraße, die beiden haben einen Sohn (Rainer Merkel). Anfang der 1970er Jahre hatte Theo die Liebe zur Schäferei entdeckt. Mit nur wenigen Schafen fing er damals an.



   

Die Leidenschaft zum Hüten der Schafe hatte Theo sicherlich von seinem Vater Julius Merkel geerbt. Die Fotos links und in der Mitte zeigen Julius 1938 in Kassel, das rechte Bild  stammt aus dem Jahre 1939 in Rodgau.



Ca. 1948: Theo's Eltern Elisabeth und Julius Merkel mit ältester Tochter Rita (Gattin des Bürgermeisters Hans Herrmann)


   

Theo's Mutter Elisabeth Merkel (geb. Oefelein) war sozial engagiert, u.a. im Frauenbund und in der Kirche als Lektorin. Mit den Landfrauen war sie mit Elisabeth Schmitt (Waldhof) überregional unterwegs und gab ihr Wissen und Handwerk weiter - in Niedernberg half sie beim Schmücken des Osterbrunnens sowie beim Flechten der Weihnachtskränze.


Zusammen mit Pfarrer Dietz, Hanna Büchler, Hilde Rohmann und Rita Klement rief Elisabeth Merkel den Sozialkreis "Katholisches Altenwerk" ins Leben und leitete diesen zusammen mit Rita Klement. Hierbei wurde der Krankenhaus-Besuchsdienst eingerichtet, den Elisabeth 18 Jahre lang für Aschaffenburg organisierte.

Von links nach rechts: Hinten links Maria Reinhard (geb. Gerlach, Mutter von Josef Reinhard), Anna Lebert (geb. Hartlaub, Gattin von Metzger Josef Lebert), Karolina Schreck (Schwanengasse), Fr. Schreck (Fachrainstraße), Ottilie Fecher (Ecke Blumenstraße / Michael-Groß-Straße), Elisabeth Merkel, Hanna Büchler und Erna Rohmann. Im Vordergrund links sitzt Katharina Wagner (geb. Lebert, Schmalzgasse).





Mai 2021: Eine idyllische Aufnahme der Niedernberger Schafsherde zum Sonnenuntergang in Aschaffenburg-Schweinheim mit Blick ins Maintal mit Nilkheim und Stockstadt im Hintergrund. Seit 1975 hütet Theo Merkel seine Schafsherde hier am Schweinheimer Hang und in der Obernauer Gemarkung. Zur Zeit besitzt er rund 380 Mutterschafe.


 

Symbolbilder: Ein Schäfer kommt tagtäglich in den Genuß schöner, lebenswerter Naturbegebenheiten. Abseits vom hektischen, mit neuersten Technologien und unzähligen Medien bestimmten Alltag. Momente, wofür andere Menschen in den Urlaub fahren, am Wochenende wandern oder radfahren. Die Vögelein zwitschern, Grillen zirpen und farbenprächtige Schmetterlinge flattern umher. Während hoch oben ein Raubvogel majestätisch seine Runden kreist und Bienen summen, die Wildblumen rund herum bestäuben. Fuchs und Hase sagen Guten Tag, Rehe äugen scheu aus der Ferne. Man ist an der frischen Luft, einfach Natur und Gelassenheit pur! Hirten sind irgendwie zu beneiden. Bei naßkalten und strengen Wintertagen jedoch möchten wohl wenige Menschen mit ihnen den Job tauschen.


  

Im Jahre 1997, zum 75. Jubiläum des unterfränkischen Schäfervereins, fand das bayerische Leistungshüten in Roden bei Marktheidenfeld statt. Theo Merkel und sein Hirtenhund beindruckten die Besucher und Preisrichter Lorenz Kroner. Die Herde wurde vom in Roden wohnenden Erwin Benkert, dem damaligen Vorsitzenden des Schäfervereins UInterfranken, gestellt.


 

1994 in Usingen-Eschbach beim Hessischen Leistungshüten (links) und Preisverleihung in Schwäbisch Hall beim Württembergischen Leistungshüten 2007 durch die amtierende Wollkönigin.



 

Leistungshüten Schwäbisch Hall 2014. Zum Schluss wird als Dank für den Beifall der Hut gezogen. (Bilder vergrößerbar)

Insgesamt 25 Jahre lang hat Theo mit seinen selbst ausgebildeten Hunden an Leistungshüten teilgenommen, war mehrmals Sieger in Bayern, Baden Württemberg und Hessen. Beim Bundesleistungshüten nahm er 20 mal teil, war u.a. 3. Bundessieger. Viele weitere Auszeichnungen und Pokale zeugen von seinem Können.




Theo Merkel mit seinem "Revolver" (wie er sein altgedientes Mobiltelefon liebevoll nennt) in Aktion. 20 Jahre lang war er als Gebietsvorstand des Unterfränkischen Schäfervereins für die Kreise Aschaffenburg und Miltenberg zuständig. 2022 feiert der Unterfränkische Schäferverein sein 100. Jubiläum.



Main-Echo 2012: Osterlämmer zur Weihnachtszeit. Jetzt ist Hochkonjunktur - es werden die Tiere geboren, die in wenigen Monaten zu Jesu Auferstehung auf den Tisch kommen.


September 2019: Martina Fehlner im Gespräch mit Theo Merkel, dem Schäfer aus Leidenschaft



 

Osterlämmchen aus Niedernberg - zu Besuch im Stall von Schäfer Theo Merkel in Niedernberg und auf der Weide. Ein Tag mit Schäfer Theo Merkel - ein Main-Echo Bericht inkl. Video über ein Niedernberger Urgestein und die »Schof« 


 

Seine hunderte Merino- und Schwarzkopfschafe hält Theo Merkel zur Landschaftspflege und als Fleischlieferanten. Er selbst schlachtet auch – seine Lämmer werden etwa in Elsenfeld verkauft. Die lammenden Mutterschafe kommen in den Stall am Niedernberger Tannenwäldchen, dort stehen nochmal 80 Mutterschafe samt Nachwuchs. Die versorgt er ab frühs um sieben Uhr, mitunter auch noch mal abends. Nach dem Mittagessen um halb zwölf steht er bei der Herde, bis es dunkel wird. Ob Sonn- oder Feiertag, an 365 Tagen im Jahr ist Theo bei seinen Schafen zum Hüten. Da kommen vor allem im Sommer viele Stunden zusammen. Abends werden die Tiere in den Nachtpferch getrieben.

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In unserem Wochenrätsel gilt es seit Januar 2021  Niedernberger Persönlichkeiten, welche in der Öffentlichkeit standen oder einen hohen Bekanntheitsgrad erreichten, sowie historische Ladengeschäfte, Firmen, Salons, Praxen, Wirtshäuser, Handwerksbetriebe etc. zu erraten. Nach Auflösung der jeweiligen Rätsel werden diese Personen mit Kurzbeschreibung und Bildmaterial hier in den Rubriken eingepflegt. 

Wir freuen uns auch über Vorschläge, Anregungen und Übermittlung von Archivmaterial, siehe hier...