Textil- und Modegeschäfte, Schuhe

Hier stellen wir nach und nach ehemalige Gechäftsinhaber der Bekleidungsbranche und Schuster, welche in die Ortsgeschichte eingingen, vor.


Textilgeschäft Frieda Hytha (1957 - 1993)


Das Textilwaren-Fachgeschäft Frieda Hytha in der Schulstraße 37 wurde um 1957 eröffnet und im Jahre 1993, keine zwei Jahre vor dem Ableben von Frieda, geschlossen. Das breitgefächerte Sortiment reichte von Damen-, Herren- und Kinderbekleidung (vom Schlafanzug und Bikini bis zur Wrangler-Jeans) über Bettwäsche, Gardinen und Stoffe bis hin zu vielerlei Strickwaren. Auch Rheumadecken konnte man in dem kleinen, schuckeligen Laden kaufen, dazu musste man keine "Kaffeefahrt" mitmachen. Bekannt war das Geschäft für die große und gute Auswahl an Vorhängen. Im oberen Bild erkennt man die Fronleichnam-Dekoration auf der Treppe und am Gartenzaun. Unten rechts eine Aufnahme aus Oktober 2017, die Spuren vom legendären Ladengeschäft sind noch deutlich sichtbar.

    




Frieda im Jahre 1957, kurz nach der Geschäfteröffnung mit ihrem Gatten Andreas ("Anderl / Antel") und den Kindern vor ihrem Textilladen




   

Frieda mit Haarkranz und Schleifchen in den Zöpfen bei der Hl. Kommunion 1951, rechts ein Porträt als Jugendliche

 

Frieda vor dem Elternhaus in der Hauptstraße 82 mit Mutter und Schwester und rechts mit einem Soldaten, der sie anspricht. Die Aufnahmen entstanden Ende der 30er Jahre. Damals trug sie lange, geflochtene Zöpfe.


Wie alle ihre Kempf-Geschwister hatte Frieda ein riesiges Herz! Sie war eine geduldige, liebenswerte Frau, die gerne, wenn sie die Zeit dafür fand, gestrickt und genäht hat. Und sie war eine gute Köchin, hat tolle Gerichte zubereitet. Alles, was der Garten hinterm Haus hergab, wurde eingekocht und zu Speisen verarbeitet. Humor hatte Fieda auch, hat z.B. gerne auch mal, nach bester „Max & Moritz – Manier“, ihrer Tochter Christine einen Maikäfer in die Haare gesetzt.




Frieda Hytha, vierte von links (mit Kind auf dem Arm), ist die zweitjüngste Tochter aus der geschäftstüchtigen Großfamilie Heinrich Kempf.

   

Frieda (*19.Feb. 1922, † 19. Jan. 1995) bei der Kommunionsfeier ihrer Tochter Christine Mitte der 60er in ihrer Küche und rechts in den 90er Jahren. Im Bild links räumt sie wahrscheinlich gerade das feine Geschirr aus dem Wohnzimmer-Schrank, während das Kommunionsmädchen einen Lutscher genießt, deren Onkel Seppl († 2009) und Onkel Wolfgang († 1982) vertreiben sich derweil die Zeit mit einem Bierchen. Mit auf dem Foto auch Friedas Neffe Udo Kempf, als "kleiner, feiner Max" und ihr Sohn Gerd, der im September 1969 im Alter von 17 Jahren bei einem Mopedunfall, zusammen mit ihrem 16-jährigen Neffen Egon Zimmermann, tödlich verunglückte.



In unserem Wochenrätsel gilt es seit Januar 2021  Niedernberger Persönlichkeiten, welche in der Öffentlichkeit standen oder einen hohen Bekanntheitsgrad erreichten, sowie historische Ladengeschäfte, Firmen, Salons, Praxen, Wirtshäuser, Handwerksbetriebe etc. zu erraten. Nach Auflösung der jeweiligen Rätsel werden diese Personen mit Kurzbeschreibung und Bildmaterial hier in den Rubriken eingepflegt. 

Wir freuen uns auch über Vorschläge, Anregungen und Übermittlung von Archivmaterial, siehe hier...