Bäckereien

Hier stellen wir die Niedernberger Bäcker / Bäckereien, welche in die Ortsgeschichte eingingen, vor.


Bäckerei Bleifuß

Im Jahre 1909 eröffnete die Bäckerei Emil Bleifuß in der Hauptstraße 78. Das abgebildete Haus wurde 1870 von Konrad Wagner errichtet und zusammen mit dem Elternhaus unseres Heimatpflegers Albert Wagner waren es die ersten Häuser, welche außerhalb der Dorfmauer gebaut wurden. Im rechten unteren Fenster erkennt man die gelagerten Brotlaibe. Man begann im kleinen Stil, mit Verkauf über den Hof. Nebenher betrieb Emil Bleifuß Landwirtschaft. Siehe nachfolgende Foto aus Albert Wagner's Buch "Niedernberg in alten Ansichten" und seiner Beschreibung der damaligen Situation im Bäckerhandwerk:


 



Im Zuge der Weiterentwicklung wurde unter seinem Sohn Bernhard Bleifuß das Haus erweitert und im Erdgeschoss ein Verkaufsraum eingerichtet. Nach Abbruch der landwirtschaftlichen Nebengebäude errichtete Bernhard Bleifuß eine mit der neuesten Technik ausgestattete, großräumige Backstube, hatte in den 50er/60er Jahren auch sonntags vormittags geöffnet. Gegen Ende der 1970er Jahre wurden die Räume erneut zu klein. Inhaber Paul Bleifuß ließ 1980, in der dritten Generation, das Wohn- und Geschäftshaus abreißen und einen, den zeitgemäßen Ansprüchen gerechten Neubau errichten, der 1981 bezogen wurde, siehe Foto oben links. Während der Bauphase verkaufte man die Backwaren in der Hauptstraße 99 (ehemaliges Lebensmittelgeschäft Koll) und in der Verkaufsfiliale Hauptstr. 37 (ehem."Schmitts-Bäcker").


   

Lange Jahre war die Bäckerei Bleifuß eine gut gehende Bäckere, hatte ihre Spezialitäten; Granatsplitter und Bienenstich z.B. waren legendär. Auch gab es eine große Auswahl an Torten und saisonal an Stollen. Bis ca. Anfang der 1980er Jahre konnte man mit Brotmärkchen bezahlen (Gegenwert des entsprechenden Mehls. Man zahlte nur noch den Backlohn).


 

Der Schul-Verbindungsgang zwischen der Sandsteinschule und der Volksschule. Hier hatte früher die Bäckerei Bleißuf ihren Pausenstand. Aus Körben heraus wurden Salzstangen, Zuckerweck ("Riwwelwegg") & Co für wenige Pfennige an die Schüler verkauft. Wichtig war, sofort nach Pausenbeginn möglichst schnell an Ort und Stelle zu sein, denn später war die Schlange meist endlos lang. (Foto: Martha Bleifuß)


   

 


   

Nach dem schweren Autounfall von Paul Bleifuß im Mai 1991 pachtete Peter Hartlaub Ende 1991 bis September 2002 die Bäckerei. Danach wurde der Bäckerladen einige Jahre von der Bäckerei Schloth in Miltenberg als Verkaufsfiliale gemietet. Bis Mitte 2015 verkaufte hier die Bäckerei Kirchgäßner (Lui-Bäcker) aus Erlenbach ihre Ware. Mitte 2016 Renovierung und Umbau der Geschäftsräume. Ab 1. Januar 2017 Allianzvertretung von Volker Becker.


(Seite aus dem Buch "Personn, Familien, Gruppen" von Heimatpfleger Albert Wagner)



Bleifuß- Familien Bild , v.li.n.re: Bernhard, Rosa, Hedwig und Vater Emil,
Bilder daruter: Emil (1882-1949), Gertrudis (1885-1935), Rosa (1921-56), Bernhard (1926-2001) und Maria (1926-94)


 

Bernhard Bleifuß um 1945 als junger Mann auf seinem Motorrad, gegenüber dem Bäckerladen. Im Hintergrund ist die Friedhofsmauer, die Biegung der Hauptstraße beim Anwesen Longin Fecher, die Mündung der Hasengasse, der Brennholztapel im Biergarten von Ferdinand Wenzel und die Eingangsstufen zu Lebensmittel Edeka Haas ersichtlich. Rechts im Bild Bäckermeister Bernhard vor seinem Schaufenster.

 

  

Bild links: Maria und Bernhard Bleifuß Mitte / Ende der 50er Jahre vor dem Bäckerladen. Vorne Bäcker "Oskar" und Bernhard's Schwester Hedwig mit der kleinen Elisabeth im Arm.  Rechts Maria Bleifuß 1952 mit "Kinnerscheese" vor der damaligen Bäckerei.



 

Marha und Paul Bleifuß