Highlights des Europäischen Kulturweges Niedernberg

Der Ursprung der Gemeinde Niedernberg geht auf eine römische Kastellanlage zurück, die sich heute unter dem überbauten Ortskern befindet. Die erste urkundliche Erwähnung Niedernbergs wurde in einem Dokument des Jahres 1095 im Kloster Lorsch gefunden. Bis weit ins 19. Jahrhundert war der Ort mit einer Wehrmauer umgeben. Niedernberg hat heute ca. 5000 Einwohner.  Unmittelbar am Main, mit einer wunderschönen Seenlandschaft im Süden, liegt es auf 118 Metern Höhe über NN ruhig und harmonisch zwischen Spessart und Odenwald und ist über die B469 und A3 dennoch gut erreichbar.

Niedernberg kann einige interessante Fundstücke aufweisen. Die sehr seltene Brunnenmaske und der Marcellusstein können im Stiftsmuseum in Aschaffenburg bewundert werden. Nachbildungen sind im Niedernberger Dorfrundweg zu sehen, welcher in den Kulturweg mit eingebunden wird. Auf dem Dorfrundweg sowie auch auf dem neuen Kulturweg, der zu einer Wanderung größten Teils durch idyllische Natur einlädt, kann man viele bekannte und weniger bekannte „kleine Schätze“ unseres Ortes entdecken. Einige Besonderheiten davon, welche man an anderen Orten in dieser Form nur selten oder gar nicht vorfindet, möchten wir hier bildlich vorstellen:


Seenplatte, Rundweg Niedernberger See

   

Ein erstes Highlight erwartet die Kulturweg-Begeher bereits nach dem Start am Parkplatz Honischbeach. Der ca. 1600 m lange Rundweg um den Bade- und Hotelsee ist landschaftlich sehr reizvoll und bietet u.a. einige schöne Blicke auf das "Dorf am See", dem hier ansässigen Seehotel. Die drei gezeigten Fotos (Sommer / Herbst / Winter) entstanden in der Nähe des Biotopes. Dort ist auch der Standort für die Infotafel Nr. 2 vorgesehen. 



Uferweg (Saurain und Leinritt) mit mehreren Besonderheiten

   

Fast nahtlos geht der Fußweg vom See an den Main über. In Richtung Süden erblicken wir die "Blaue Brücke", nordwärts bekommen wir hier und da einen Fernblick zur Niedernberger Kirche. Auf einer Strecke von knapp 3500 Meter, dem ehemaligen Leinritt  entlang, bewegen wir uns von nun an flußabwärts in unmittelbarer Ufernähe auf dem Weltkulturerbe "Nasser Limes". In der ersten Hälfte erwartet uns ein schmaler, idyllischer Pfad, der uns am "Saurain" entlang bis hin zum Rondell führt. Der in dieser Art wohl einmalige Eisbrecher ist ein Eckpfleiler der bis heute in einigen Teilen noch sichtbaren, mittelalterlichen Dorfmauer


Auf den folgenden 500 m laufen wir direkt am Wasser über eine vor langer Zeit gepflasterten Promenade. Von der Rentnerband integrierte Wellenbrecher schützen heutzutage die Kirch- und Spaziergänger vor den Fluten vorbeifahrender Schiffe. Mehrere gemauerte Stufen, die bis tief ins Flußbett hinein sichtbar sind, zeugen vom ursprünglich niedrigen Wasserstand, wie er noch vor der Aufstauung des Mains Ende der 1920er Jahre vorherrschte. Die Treppen waren damals notwendig, damit die Frauen zum Auswaschen der Wäsche an das fließende Wasser gelangen konnten. Auch heute noch sind sie zur Befüllung der Gießkannen hinsichtlich der Schrebergärten nützlich. Bereits ca. 50 m nach dem Rondell kommen wir an einer Infotafel vorbei, die auf das ehemalige Römische Badegebäude hinweist.





Nicht weit vom Römerbad entfernt treffen wir am Mainufer auf die malerisch anmutende St. Cyriakus Kirche. Sowohl der Kirchturm als auch der "Alte Chor" sind aus der Bauzeit von 1461 erhalten. Eine Besichtigung der katholischen Pfarrkrche lohnt sich. Sowohl Baugeschichte, historische Kunstwerke und zeitgenössische Ausstattung sind es wert. Auch die rundum eingelassenen Grabsteine und Steintafeln tragen zur Geschichte Niedernbergs bei.

Weitere Wegbeschreibung des Mainufers folgt ....


Historische Kirchentruhe


Eine spannende Geschichte kann die jahrhundertalte Kirchentruhe erzählen. Das aufgebrochene Schloss weist auf den Raubzug des Schwedenkönigs Gustav II. Adolfs im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) hin. Hintergrundinformationen diesbezüglich kann man der vorgesehenen Infotafel entnehmen. Ein schriftlicher, datierter Vermerk über Kauf/Abrechnung der Truhe ist im gemeindlichen Archiv hinterlegt. (Die Ausstellung der Truhe ist im Status "geplant" und befindet sich derzeit im Genehmigungsverfahren. Wir sind aber guter Dinge, daß wir dieses historische Stück auf dem Kulturweg ausstellen können),


Wasserturm

 

"Wo der Wasserturm uns schon von der Ferne grüßt" heißt es in einem Liedertext von Walter Hesbacher aus dem Jahre 1965. Bei den Bürgern umstritten ist, ob der 1958 erbaute und 44 m hohe Betonkoloß ein Wahrzeichen von Niedernberg darstellt. Schließlich ist auch die ehrwürdige und malerisch am Mainufer gelegene St.Cyriakus Kirche seit jeher ein beliebtes Postkartenmotiv. Unumstritten ist jedoch die interessante Geschichte rund um die Wasserversorgung Niedernbergs, von den Dorfbrunnen bis zur heute noch aktuellen Wasserspeisung aus dem Turm. Ein langjähriger Wasserstreit mit der Stadt Aschaffenburg ging dabei in die Geschichte ein. Auch das Innere des Wasserurms ist für Außenstehende meist unvorstellbar und wird auf einer bebilderten Infotafel erörtert. 



Eine Übersichtskarte mit den geplanten Infotafel-Standorte findet man hier...

Die Chronik mit den bisherigen Terminen kann man hier... einsehen