Unser Verein möchte die Bevölkerung von Niedernberg durch Vorträge, Führungen und Ausstellungen für die örtliche Geschichte sensibilisieren. Wir möchten das Bewusstsein zur Heimat wecken und fördern. Für Interessierte haben wir in unseren Räumlichkeiten in der Sandsteinschule eine  volkstümliche Sammlung mit historischen Gegenständen aus Niedernberg zusammengetragen.


                                                                                                                                                           Termine aktualisiert am 07.07.2021
 

Was war vor 560 Jahren?

Im Jahr 1461 fand die erste große Bauphase unserer Pfarrkirche statt. Davon sind der spätgotische Turm (an seiner Südseite ist die Jahreszahl 1461 zusammen mit dem Steinmetzzeichen eingemeißelt) mit Vorhalle im Untergeschoss und der nach Osten gerichtet Chor bis heute erhalten. Mit Sicherheit existierte vorher schon eine Kapelle oder kleine Kirche in Niedernberg. In verschiedenen Urkunden, erstmals im Jahr 1340, wird eine Kapelle in Niedernberg erwähnt. Vermutlich stand sie im Bereich der heutigen Pfarrkirche oder wurde sogar in den Bau mit einbezogen. Auch die älteste Glocke im Kirchturm stammt aus der Zeit vor 1461. Sie trägt die Jahrzahl 1455. (Heimatbuch Seiten 433 bis 435)

 
Modellnachbau der Kirche von 1461 und rechts die Jahreszahl samt Steinmetzzeichen an der Südseite des Kirchturms.
Die nach unten offene Acht steht für die Zahl vier (1461)

Unsere Kirche ist dem heiligen Cyriakus geweiht. Bis in die 1960er Jahre war der Cyriakustag (8. August) ein hoher Festtag in der Gemeinde, an dem nicht gearbeitet wurde. An diesem Tag wurde mehreren Messen und ein Hochamt gehalten. Die auswärtige Verwandtschaft kam zu Besuch. Früher wurde für Brot und Kuchen für diesen Festtag erstmals das neue Mehl aus der frischen Ernte verwendet. (Mdl. Überlieferung) Seit 1980 wird der Cyriakustag am darauf folgenden Sonntag kirchlich begangen. (Heimatbuch Seite 477)   Weitere neu eingepflegte Bilder, auch in Sachen Umbau findet man hier...




Rückblick aus der Serie"Niedernberger Persönlichkeiten, Firmen und Geschäfte":    Bäckerei Bleifuß



Was war vor 75 Jahren?

Nach Ende des 2. Weltkriegs wurden etwa 12 Millionen Deutsche aus ihrer Heimat: heutiges Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn, vertrieben. Sie mussten oft binnen weniger Stunden ihre Wohnungen, Häuser und Höfe verlassen. Man brachte die Vertriebenen größtenteils in die westlichen Gebiete Deutschlands. Nach einem Verzeichnis vom 3.8.1946 kamen 152 Personen, vorwiegend aus der damaligen Tschechoslowakei, nach Niedernberg. Die Unterbringung war nicht einfach, da in vielen Häusern die Räumlichkeiten bereits sehr beengt waren. Viele der damals Vertriebenen sind hier ansässig geworden und voll in die Dorfgemeinschaft integriert.

(Heimatbuch Seiten 383 bis 387)

Bild: Pro Person 40 Kilogramm Gepäck durften die Sudetendeutschen 1946 bei ihrer Vertreibung aus der Tschechoslowakei mitnehmen. (Foto: picture alliance / CTK).  Zum einem Bericht von 2016 "Die organisierte Vertreibung der Sudetendeutschen" (Deutschlandfunk Kultur) gelangt man hier...






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Aus der Serie"Niedernberger Persönlichkeiten, Firmen und Geschäfte":   Roswitha und Waldemar Reinhard





Was war vor 65 Jahren?

  

Links. Eine historische Aufnahme von Pfarrer Eckert (1946-64), mit der alten Kiirchenuhr und wahrscheinlich noch mit dem manuellen Läutwerk. 1981 wurde eine neue Uhr angebracht. Rechts oben eingefügt Margarethe Seitz (*1899, †1984).

1956 wurde im Kirchturm eine elektrische Läutanlage installiert. Bis dahin erfolgte die Bedienung der Glocken manuell. Vor und während der Gottesdienste waren hierfür die Ministranten zuständig. Die Uhrzeit um 6 Uhr, 11 Uhr, 12 Uhr 18 Uhr und in der dunklen Jahreszeit früher auch noch um 20 Uhr läutete zuletzt die an der Kirche wohnende Margarethe Seitz, genannt „Laid-Gred“. Für das Aufziehen der Kirchturmuhr war ihr Nachbar Albert Seitz zuständig.

(Heimatbuch Seite 476 und mdl. Überlieferung)

 




Was war vor 55 Jahren?

  
2008                                                                                                         2020

Im Juli 1966 wurde von der Deutschen Bundespost das erste öffentliche Telefonhäuschen (Münzfernsprecher) in Niedernberg vor dem Rathaus aufgestellt, damals noch in Gelb. Die Gemeinde hatte dies am 18. Januar 1963 beantragt. Ca. 2008 wurde Häuschen wieder entfernt (zwischenzeitlich ausgetauscht durch ein Häuschen der Telekom). Selbstwählferngespräche konnten ab dem 11. Juli geführt werden. Das zweite Telefonhäuschen folgte 1974 am Rosengärtchen an der Großwallstädter Straße (Anfang 2014 entfernt).

1966 waren private Telefonanschlüsse noch rar. Handys gab es noch lange nicht. Bis zu diesem Zeitpunkt bestand nur zu Öffnungszeiten der Post die Möglichkeit öffentlich zu telefonieren.

(Heimatbuch Seite 365 und Aufzeichnungen von Albert Wagner. Weitere Fotos und Infos vom Rathaus findet man hier...)


Was war vor 35 Jahren?


Mitte Juni 1986 schloss das Gasthaus „Zur Linde“.
1910 eröffnete Franz Haas die Gaststätte. Im Laufe der Jahre wurde sie weiter aus- und umgebaut. Es kamen Fremdenzimmer, eine Kegelbahn und ein Tanzsaal im Obergeschoss hinzu. 1954 übernahm Alfred Haas mit seiner Frau Irma in 3. Generation die Wirtschaft. Im Tanzsaal fanden Maskenbälle und die Weihnachtsfeiern der Vereine statt. Außerdem diente er lange Jahre den Vereinen als Trainingsraum. Die Kleiderfabrik „Gebrüder Scheurich“ nutzte den Saal in den 1960/70er Jahren als Produktionsstätte. Als die Ehefrau von Alfred Haas 1986 starb, gab er den Wirtschaftsbetrieb auf. Im Frühjahr 1996 wurden das Gebäude und die Kegelbahn abgerissen. Heute steht dort ein Wohn- und Geschäftshaus.
(Heimatbuch Seite 361 und mündliche Überlieferung. Mehr Infos und Bilder hier...)

Die vorherigen NEWS findet man hier ....