Unser Verein möchte die Bevölkerung von Niedernberg durch Vorträge, Führungen und Ausstellungen für die örtliche Geschichte sensibilisieren. Wir möchten das Bewusstsein zur Heimat wecken und fördern. Für Interessierte haben wir in unseren Räumlichkeiten in der Sandsteinschule eine  volkstümliche Sammlung mit historischen Gegenständen aus Niedernberg zusammengetragen.


                   

                 

Was war vor 100 Jahren?

Aus Dankbarkeit für ihre glückliche Heimkehr aus dem Ersten Weltkrieg ließen im Jahr 1922 Karl Fecher, Anton Gerlach, Karl Seitz und Wendelin Wenzel am Waldweg den Bildstock „Schmerzhafte Muttergottes“ errichten. Er stand an der Abzweigung Waldweg/Unterer Waldweg (zwischen Kreisstraße und Bücke). Bei einem Autounfall 1972 wurde der Bildstock bis auf die beschriftete Sandsteinplatte zerstört. Die Sandsteinplatte wurde in den neu errichteten modernen Marienbildstock am Waldweg / Abzweig Leerweg mit einbezogen.

(Heimatbuch Seite 516)



Stammtisch am 4. August 2022 im Biergarten der Gaststätte zur Gemütlichkeit. (Fotos...)

 


Was war vor ca. 1915 Jahren?

    

Niedernberg geht auf ein römisches Kastell zurück. Nach neuesten Erkenntnissen entstand es vermutlich um die Jahre 107 / 110 n. Chr. Die cohors I Ligurum et Hispanorum war hier stationiert. Die Truppe ist durch den Grabstein des Soldaten Marcellus und durch Ziegelstempel nachzuweisen. Die teilberittene Kohorte bestand aus ca. 500 Soldaten. Das Kastell hatte einen fast quadratischen Grundriss und eine Größe von ca. 2,2 ha. Es bestand vermutlich bis ca. 259 n. Chr., die Ruinen dürften aber bis zur Besiedlung durch die Franken im 8. Jh. noch sichtbar gewesen sein. Sehr wahrscheinlich waren die Steine willkommenes Baumaterial. Erst 1894 wurde das Steinkastell durch Stichgrabungen lokalisiert, da oberirdisch nichts mehr erkennbar war. Hauptstraße, Kirchgasse und Schulstraße gehen auf die damaligen Lagerstraßen zurück. Um die Größe des Kastells sichtbar zu machen sind die Eingangstore durch Bodenmarkierungen kenntlich gemacht.

(Buch „Welterbe Limes“ Seite 181, Heimatbuch S. 27 bis 31)   Mehr Infos und Bilder zum Römerkastel findet man hier...


Was war vor 200 Jahren?


Durch einen vorausgegangenen milden Winter gab es im Jahr 1822 eine schlimme Mäuseplage. Es konnte nur die Hälfte der üblichen Kornmenge geerntet werden. In diesem Jahr kam eine Räuchermaschine, die sogenannte „Blecherne Katz“, in Niedernberg zum Einsatz. Sie war in der Jülicher Gegend erfolgreich erprobt worden. Für 5 Gulden (laut Gemeinderechnung) fertigte ein Obernburger Schlossermeister nach einer Vorlage eine solche Räuchervorrichtung für Niedernberg. Das Gerät funktionierte wie folgt: In den hohlen Zylinder stopfte man Lumpen und Schwefel. Dieses Gemisch wurde angezündet und der entstehende giftige Rauch mit Hilfe eines Blasebalges durch die vorne am Zylinder angebrachte Röhre in die Mäuselöcher geleitet. Die Bezeichnung „Blecherne Katz“ hatte sich zu jener Zeit schnell zum Spottnamen für Niedernberg entwickelt. Inzwischen ist sie zu einem festen Begriff geworden.

(Heimatbuch Seiten 416 – 420)  siehe auch Infos und Bilder  hier..., u.a. von den Vereinen "Blechkatzen Niedernberg".


Sommerfest 2022

Unser diesjähriges Sommerfest fand am Freitag, den 22.7.22 ab 18:30 Uhr im Schulhof der Sandsteinschule statt. Fotos...


Was war vor 680 Jahren?

  

Im Juli 1342 ereignete sich das schwerste Hochwasser, das Mitteleuropa jemals heimsuchte; es war das sogenannte Magdalenen-Hochwasser. Am 22.7. (Gedenktag der hl. Magdalena) erreichte die Flutwelle das Untermaingebiet. Nach einem feuchten Frühsommer, der für konstant hohe Pegelstände der Flüsse sorgte, ließ eine Hitzewelle im Juli die Böden austrocknen, so dass sie kaum noch Wasser aufnehmen konnten. Ab etwa 19. Juli brachten tagelange Wolkenbrücke Unmengen an Niederschlag. Der Wasserstand des Maines lag damals weit über der Hochwassermarkierung von 1784 (höchste Markierung, die am Mainbogen an der Kirche angebracht ist, siehe Fotos). Somit dürfte ganz Niedernberg durch die Fluten in Mitleidenschaft gezogen worden sein. Die Fluten rissen Menschen, Tiere, Häuser und Brücken mit sich, z.B. in Würzburg massive Häuser und die steinerne Brücke. Die Felder wurden verwüstet und große Mengen fruchtbare Erde weggeschwemmt. An der Kahl bei Alzenau und im Elsavatal finden sich Erdablagerungen aus dieser Zeit bis zu drei Metern Höhe – das ursprüngliche Niveau der Kirche von Kloster Himmelthal lag drei Meter tiefer als heute.

(Spessartheft Juni 2011)  ... siehe auch Rubrik Hochwasser Nierdernberg 

Sommerfest 2022


Unser diesjähriges Sommerfest findet am Freitag, den 22.7.22 ab 18:30 Uhr im Schulhof der Sandsteinschule statt. Aufgrund des zu erwarteten, sehr warmen Sommerabendes sorgen wir für eine angenehme, leichte Brise. Alle Infos...


Was war vor 60 Jahren?

    

1962 fand in Niedernberg die letzte Volksmission statt (lt. Inschrift am Kreuz). In gewissen Zeitabständen wurden in der Kirche sogenannte Missionen durch Patres aus verschiedenen Orden abgehalten. Die Missionen dienten der Erneuerung und Auffrischung des Glaubens. Zur Erinnerung an diese Missionen wurde 1899 von Pfarrer Seubert ein Kreuz gestiftet. Auf dessen Sockel sind die Missionen von 1899 bis 1962 eingemeißelt. Das Missionskreuz stand Jahrzehnte vor der Kirche. 1980 wurde es in den Pfarrgarten hinter der Kirche versetzt. Dabei wurde der Korpus stark beschädigt und nicht mehr am Kreuz angebracht. (Heimatbuch Seite 521) Fotos: Das Missionskreuz vor der Kirche und Volksmission - Andenkenbildchen.


Was war vor 65 Jahren?


1957 wurde in der neu erschlossenen Ringstraße das erste Wohnhaus gebaut (Ringstraße 1) Damals wurde alles noch in mühevoller Handarbeit gemacht. So wurde z.B. die Baugrube mit der Schaufel ausgegraben und die Steine für den Keller holte man aus dem Niedernberger Steinbruch. (mündliche Überlieferung)

Mit der Bebauung der Ringstraße verschwand der östliche Teil des Kirchenpfads bis zur Lindenstraße (1964 wurde der weiterführende Teil bis zur Römerstraße aufgelassen). Der Kirchenpfad begann am Stadtweg zwischen den Anwesen 1 und 3 und zog bis zur Großostheimer Straße. Er war ein viel begangener Fußweg, den die Leute benutzten, um auf ihre Wiesen bzw. Felder zu gehen. (teilweise Amtsblatt Ausgabe 15 / 1964)


Was war vor 50 Jahren?


Am 1. Juli 1972 entstand der Kreis Miltenberg aus den Altlandkreisen Obernburg und Miltenberg und einem Teil des aufgelösten Kreises Marktheidenfeld. Aus dem Kreis Obernburg wurden Pflaumheim und Wenigumstadt dem Landkreis Aschaffenburg zugeschlagen. Aus dem aufgelösten Kreis Marktheidenfeld kamen Dorfprozelten, Stadtprozelten und Faulbach mit Ortsteilen Breitenbrunn und Altenbuch zum Kreis Miltenberg.

Die kommunale Gebietsreform folgte in den Jahren bis 1978. Mit dem Abschluss der Gebietsreform 1978 gehören 32 selbstständige Gemeinden zum Landreis Miltenberg, vorher waren es 66 Gemeinden.

(Main-Echo vom 30. Juni/1. Juli 2012)


Die vorherigen NEWS des  1.Halbjahres 2022  findet man hier...