Kulturweg: "Niedernberg am Wasser im Sand"



Derzeit ist Seitens der Gemeinde Niedernberg in Zusammenarbeit mit dem "Geo-Naturpark" ein Kulturweg "Niedernberg am Wasser im Sand" in Planung, die Einweihung ist für 2021 vorgesehen, die genaue Namensfindung ist noch nicht abgeschlossen.

Der Geschichtsverein  bringt sich in dieser tollen Sache mit ein. Im Anschluß an unser Haxn-Essen am 16.10.2020 hielten Burkard Schwarz und Albert Wagner einen Vortrag zum geplanten Verlauf der Route und dem Hintergrund des Vorhabens.

Bis zu 20 Schilder sollen an markanten Stellen die Kultur der Landschaft und das was ihre Bewohner über Jahrhunderte daraus gemacht haben, vorstellen. Und auf Besonderheiten in Sachen Wasser, Kies und sonstige örtliche und geschichtliche Begebenheiten sowie historischen Geschichten, Ehrenbürger usw. hinweisen. Das Motto lautet dabei: Viel aussagekräftige Bilder, nicht allzuviel Text. Auch alle Niedernberger werden eingeladen, die Tafeln mit Inhalten zu füllen.



Burkard Schwarz koordiniert die Planung rund um den Kulturweg, Heimatpfleger Albert Wagner bringt sein Wissen mit ein



Mitglieder können mit Ideen, historischen Geschichten und passenden Bildern zur Gestaltung der Hinweistafeln beitragen. So in etwa, wie die hier nachfolgend symbolisch abgebildeten Infotafeln sollen die ca. 15-20 Hinweisschilder aussehen:





Der Kultur-Rundweg, welcher auch mit Hinweisen auf den bestehenden Dorfrundweg diesen aufwerten wird, soll in etwa wie nachfolgend auf der Karte eingezeichnet verlaufen. Hinsichtlich des Schleusenneubaues wird es eine zwischen-zeitliche Routenänderung mit Umgehung dieses Gebietes unter Berücksichtigung der Baustraße geben.





Der Start und Zielpunkt ist am Seehotel.

Von dort führt der Weg über den Honisch Beach entlang rund um den Niedernberger See, vorbei am ehemaligen Badesee "Hoher Sand" und über den Hochwasserdamm zurück Richtung Ort. Danach geht es rechts hinunter zum Main und wir durchstreifen nun das komplette Ufergelände Richtung Aschaffenburg. Es geht den Pfad unten am Saurain auf dem Weltkulturerbe  "nasser Limes" sowie dem Leinritt entlang zum Mädchen-Badeplatz und Rondell. Weiter führt der Uferweg zur  Kirche mit den Hochwassermarken und zur Fähranlegestelle (mit Hinweis auf die gegenüber am Mainufer liegende Gemarktung Niedernbergs, ehemals geplanter Bahnhof "Niedernberg-Sulzbach-Obernau" und Weinanbau. Als nächstes folgt der mittelalterliche Turm samt Dorfmauer, der Bubebadeplatz und die Bleichwiese (Wäsche waschen und bleichen / trocknen) sowie die damals jedem Anwesen zugeteilten Hauswiesen. Auch die Nazizeit mit Planung der Hitlerjugend-Sportstätten und Hinweise auf die Brunnenmaske und dem Marcellusstein sind ein Thema. Auch Fotos des komplett zugefrorenen Mains  (mit Überfahrt eines Traktors)  werden zu sehen sein. Flutgraben, Kläranlage und Obstanlage kommen ebenso zur Ansprache wie die vermutete Merowinger Siedlung samt Gräberfeld. Die Schleuse, der nördliche Grenzstein zu Aschaffenburg, der umgeleitete Welzbach (von Großostheim in den Schönbuschsee) sowie das Wasserhaus samt damaligem Wasserstreit mit Aschaffenburg sind die nächsten Themen. Danach geht es um den ersten Kiesabbau (Grimm) im Jahre 1937, die Lehmkoute, das "schwarze Loch", der historische Galgen, die drei Seen und die "Russen".

Vom Spielplatz Tannenwald geht es nun auf dem gegenüberliegenden Ufer des Flutgraben entlang Richtung Großostheim, nach 250 biegen wir hinter dem Landwirtschaftsbetrieb links ab in Richtung Dieselstraße im Industriegebiet. Das Thema Flurbereinigung und Landwirtschaft mit "Bauern in Niedernberg, gestern und heute", steht unterwegs auf dem Plan. Auch wird der ehemalige Kampf gegen den Quarzsandabbau angesprochen, Niedernberg wäre ja beinahe eine Insel geworden. Denn wo heute ein werthaltiges Industriegebiet liegt, waren ursprünglich 70 ha Wasserfläche geplant.

Von der Dieselstraße aus, dem Kirchenpfad entlang, stoßen wir über die Tilsitzer Str. zum Wasserturm. Bis 1958 kam das Wasser noch aus den Dorfbrunnen. Dort wird u.a. der ehemalige Kampf gegen den Quarzsandabbau angesprochen, Niedernberg wäre ja beinahe eine Insel geworden. Denn wo heute ein werthaltiges Industriegebiet liegt, waren ursprünglich 70 ha Wasserfläche geplant. Wir biegen danach ein in die historische Römerstraße, auch die nun folgenden Seitenstraßen schrieben Geschichte. Die Schulstraße hieß einst "Adolf-Hitler-Straße" und die Michael-Groß-Straße ist nach dem vermeintlichen Retter Niedernbergs benannt. Am Rosengärtchen stand früher das Heiligenhäuschen, hier war nach dem Zimmereiplatz auch der Dreschplatz gelegen. Ebenfalls wird eine ursprünglich geplante Bahnlinie dabei angesprochen. Die Großwallstäder Straße entlang geht es dann wieder zurück zum Ausgangspunkt Seehotel. Und zwischendurch werden auf den vielen Hinweistafeln immer wieder historische Geschichten um legendäre Niedernberger Urgesteine in Erinnerung gerufen, auch zum Teil vergessene Sprüche, Bezeichnungen in "honischer" Mundart  und Kinderecken bereichern die Infoschilder.







Vorstellung des Rundweges beim Herbstfest des Geschichtsvereines.


Erstes GEOPUNKT - Infoschild in Niedernberg:


Im Juni 2020 wurde in Zusammenarbeit mit dem Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald (Webseite) an der ehemaligen Fähranlegestelle, auf beiden Mainseiten, ein Geopunkt in Form einer Informationstafel zur historischen Beschreibung der Mainquerung erstellt. Durch die Zuarbeit von Heimatpfleger Albert Wagner und Burkard Schwarz wurden die Schilder mit Inhalt gefüllt und die Historie der Fährverbindung beleuchtet. Niedernberg ist als nordöstlichste Gemeinde Mitglied im Geo-Naturpark. Siehe auch Mitteilung auf der Niedernberger Gemeindesseite. Bei den neuen Kulturweg-Tafeln wird etwas weniger Text, dafür mehr Bilder angestrebt.





Weitere Infotafel- Beispiele: Main-Radweg,Gemünden und Plattenberg



So in etwa könnte die Standardbbeschriftung der neuen Infotafeln ausschauen:




Weiteres Beispiel Schloß Infotafel Mespelbrunn: