Blecherne Katz







Josef Reinhard mit der "Blechernen Katz" im Groß- und Kleinformat (Heimatfest 50er Jahre)


Gedicht über die Blechkatz:

Die Blecherne Katze

Wenn man von Erfindung spricht

im zwanzigsten Jahrhundert –

vergesse man doch bitte nicht

was einst passiert und fast verwundert.

Es war an einem Ort am Main

der Name sei hier nicht genannt,

daß sich ein Schädling stellte ein –

die Mäuse nahmen überhand.

Sie wurden gar zu einer Plage,

die Ernte brachte nichts mehr ein,

eine hoffnungslose Lage,

sollte das das Ende sein?

Niemand wußte einen Rat

oder konnte sie bekämpfen.

Die Katzen waren übersatt,

litten schon an Magenkrämpfen.

Nicht im Hause oder Garten

brauchten sie sich zu verstecken,

nein es waren andere Arten –

Feldmäuse brachten Not und Schrecken.

Nur ein junger Schlossermann

baute sich aus Blech und Eisen

ein Rohr mit spitzer Öffnung dran –

das Ding tat er die „Blechkatze" heißen.

Er steckte in der Katze Bauch

Gras und Lumpen, die er mischte

mit Teer, und leitete den Rauch

in den Gang der Bösewichte.

Prompt ging seine Rechnung auf,

denn was nicht erstickt im Nest,

kroch geschwind nun aus dem Lauf

und bekam den letzten Rest

von dem Jüngling der da stand,

und beim Erscheinen fest und schnell

mit der Gabel in der Hand

stach derselben durch das Fell.

Die Wogen der Begeisterung

schlugen hoch bei diesem Sieg,

und alle Männer alt und jung

zogen in den Mausekrieg.

Nach dem Vorbild des Erfinders

wurden Katzen angefertigt,

und noch vor Einzug des Winters

war der Feind besiegt, beerdigt,

und das Dorf war wieder frei

durch des Schlossers Prachtidee,

der Mäuseschrecken war vorbei,

es wuchsen wieder Korn und Klee.

Fort klinge es wie eine Sage,

leider aber ist's geschehn,

denn noch bis zum heutigen Tage

kann man diese Katze sehn.

Im Rathausfenster ist ihr Platz,

verewigt durch des Glasers Hand,

und das Modell der „Blechern Katz"

die einst gerettet dieses Land,

wird als des Ortes wahres Zeichen

zum Gedenken an die Zeit

niemals von dem Haus des Rates weichen,

wird stehn dort bis in Ewigkeit.

Walter Hesbacher, 1953




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