Gasthaus "Zur Krone" mit Kelterei & Kufnerei Seitz



Foto: Albert Wagner (Heimatbuch)




Infos und Fotos über die Kelterei siehe weiter unten



Die „Krone“ war eines der ältesten Gasthäuser in Niedernberg.

1747 erstmals erwähnt in Gemeinderechnungen, damals als „Zum Löwen“

1841 vermutlich Umbenennung in „Gasthaus Zur Krone“

1868 Übernahme (wahrscheinlich durch Kauf) von Michael Seitz († 1881)

1881 nach Tod von Michael Seitz führte dessen Witwe Katharina Seitz die Wirtschaft weiter

1903 Sohn Rudolf führt mit Frau Maria das Gasthaus

1948 übernimmt in 3. Generation Egid Seitz mit seiner Frau Anna die Gastwirtschaft.

1.8.1962 wurde das Gasthaus geschlossen


Gartenidylle um 1940:
Familienfoto mit Vater Egid (*1905, † 1994), Sohn Siegfried, Tochter Ingrid und Mutter Anna Seitz (*1913 , † 2000).




Die Wirtsleute Anna und Egid Seitz im Jahre 1956 bei bester Laune hinterm Tresen. Anna machte einen guten und beliebten Handkäse, der mit „Musik“ verzehrt wurde. Auch das Brot bzw. der Teig wurde damals noch selbst hergestellt, einen Steinwurf entfernt ließ man es dann beim Schmittsbäcker backen.


  

30er Jahre: Gruppenfoto bei einem Schoppen nach der Musterung beim "Bund" und rechts um 1963/64 ein Fotoshooting vorm Anwesen des mittlerweile ehemaligen Gasthauses mit Blick die Hauptstraße hinunter in Richtung nördliches "Innerdorf"


Jahrgang 1907/08 beim Klassentreffen im Jahre 1957. Das Gruppenfoto wurde vor dem Gasthaus „Zur Krone“ aufgenommen, in dem man sich zur geselligen Runde traf, siehe Foto unten inks. An der Hauswand hängt ein Emailleschild der Brauerei Eder, ein damals typisches Afri Cola – Blechschild ziert das Hoftor.


 

Im Gasthaus Zur Krone wurden viele Klassentreffen und Hochzeitsfeiern abgehalten. Links oben ein Foto vom Jahrgang 1907/08 im Jahre 1957, rechts die Hochzeitsgäste von Maria und Josef Hesbacher im Hof der Gaststätte.


1958: Gruppenfoto zum 50-Jährigen, Klassentreffen der Jahrgänge 1908/09. Aufgenommen vorne an der Front zur Hauptstraße.




"Kappeowend" in der Krone im Jahre 1960 mit vielen bekannten Gesichtern.

 



Das Streichholzschachtel-Spiel: Die Schachtelhülle wird auf die Nase gesetzt und jerweils an die nächste Person übergeben. Die Hände dürfen dabei nicht verwendet werden. Es wurden auch manchmal auch lustige Wetten abgeschlossen, z.B., dass ein Pferd in den Gastraum passen würde. Was bei den niedrigen Decken in den alten Häusern sicherlich nicht einfach war. Schmied Eugen holte kurz entschlossen sein Pferd – und siehe da, es passte in den Gastraum, aber relativ knapp. Dafür war die Gaudi umso größer.





1975, kurz vor Abriss des Hauses. links das Lebensmittelgeschäft von Olga Zimmermann. An der Hausfassade deutet nichts auf die Kelterei hinten im Hof hin. Die Stelle, wo das ehemalige Gasthausschild angebracht war, ist noch erkennbar. 



Rückseite einer Postkarte um 1940/50, mit eingefügten Scans der Vorderseite.



Niedernberger "Apfelwein auf Rädern" (Heimatfest 1952)
 

  


 

Zusätzlich zum Gasthaus betrieb Egid zusammen mit seinem Sohn Siegfried das Küferei-Handwerk und einen Keltereibetrieb. Egid hat das Küferhandwerk im „Erthaler Hof“, Inh. Meier, in Aschaffenburg gelernt und ging anschließend auf Wanderschaft bzw. Walz. Er und sein Sohn Siegfried sind beide Küfermeister.



 

Egid Seitz (geb. 1905) zur Hl. Kommunion und Sohnemann Siegfried (geb. 1934) in seiner Jugendzeit. Zwei Niedernberger Urgesteine, zu welchen der Spruch „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“ im wahrsten Sinne des Wortes passt.


 

 Im Oktober 1963 wurde eine neue Süßmostanlage angeschafft. Apfelsaft, Apfelwein und Obstsäfte wurden hergestellt, in Flaschen abgefüllt und bis weit ins Hessische geliefert. Auch die hausgebrannten Spirituosen waren sehr begehrt. Im Herbst brachten viele Privatleute die Apfelernte ihrer Streuobstwiesen zum Keltern und nahmen ihren Saft mit nach Hause. Auch für Kinder brachte das Apfellesen ein gern gesehenes Taschengeld. Zur Hauptsaison standen die Zulieferer mit ihren Leiterwägen und Apfelsäcken den Hof entlang bis hinaus zur Hauptstraße Schlange. 


  

Siegfried bei der Feier seiner Meisterprüfung am 14. Juli 1958







Main-Echo Bericht 1987

 

1975 Abriss des alten Gebäudes - 1975 / 76 moderner Neubau

Siegfried Seitz führte dort einige Jahre einen Getränkevertrieb, Schnapsbrennerei und Kelterei. Schwiegersohn Joachim Bils erlernte den Beruf des Fruchtsaft- und Getränkemeisters und hat sich voll in das Familienunternehmen eingebracht. 1992 übernahm Joachim Bils den Betrieb, 2000 erfolgte Aufgabe des Betriebs und 2001 fand der Verkauf des Anwesens statt.


    

Joachim Bilz und Siegfried Seitz beim Abfüllen der Flaschen. Rechts im Bild eine original-Flasche "Mirabellenwasser " der Kelterein Seitz aus dieser Zeit. 



Main-Echo Bericht 1989

 



    (Quelle: Heimatbuch)




 


1973 nach dem Kreiskarnevalszug




2001 wurde das Anwesen verkauft, die beiden Fotos vom abgebildeten Wohnhaus sind von 2019 und 2020.