Führung im Sommer 2014:

Treffpunkt war das Wiegehäuschen am Dorfplatz, an dem der Plan für den Rundweg angebracht ist. Hier gab Heimatpfleger Albert Wagner einen Abriss über die Geschichte Niedernbergs: „Von den Römern vor ca. 2000 Jahren, den Franken im 6. und 7. Jh. n. Chr., der ersten urkundlichen Erwähnung bis in unsere Zeit, als der Dorfplatz noch Friedhof von Niedernberg war.“



Dann begab sich die Gruppe auf dem Dorfrundweg zu den beschilderten Stationen im alten Ortskern. 20 Informationstafeln, angebracht an interessanten historischen Gebäuden, Plätzen und Denkmälern erklären die Niedernberger Geschichte. Albert Wagner beantwortete die vielen Fragen der Teilnehmer mit weiteren Informationen und ließ so manche Anekdote mit einfließen.

Natürlich wurde besonders die römische Vergangenheit Niedernbergs in den Mittelpunkt gerückt. Vor ca. 2000 Jahren hatten die Römer in Niedernberg ein Kastell errichtet, von dem heute oberirdisch allerdings nichts mehr sichtbar ist. Durch Grabungen Ende des 19. Jh. konnte der Standort des Kastells bestimmt werden. Fundstücke sind in den Museen in München und Aschaffenburg zu sehen. Eine Nachbildung der Brunnenmaske sowie die Reproduktion des Grabsteins eines römischen Soldaten namens Marcellus wurden vom Geschichtsverein in Fundortnähe aufgestellt und sind so jederzeit zu besichtigen. Von der Gemeinde Niedernberg wurden an den 4 Eingangstoren Bodenmarkierungen angebracht, der Geschichtsverein übernahm die Beschilderung mit Kastellgrundriss und entsprechenden Erklärungen.
Das Kastellschild am westlichen Tor des Kastells (Porta decumana) an der Kreuzung Schulstraße/Hintermauer musste wegen baulicher Veränderungen an einem neuen Platz aufgestellt werden. Natürlich konnten dabei die neuesten Erkenntnisse aus den letzten Grabungen eingearbeitet werden. Die Komplettierung der Beschilderung feierte der Geschichtsverein mit den Teilnehmern der Führung mit einem kleinen Umtrunk.

(Text: Maria Hans, Norbert Hildebrandt, Geschichtsverein Niedernberg )