Führung auf der rechtsmainischen Niedernberger Gemarkung

Der Geschichtsverein Niedernberg hatte zu einer Führung mit Heimatpfleger Albert Wagner in der Niedernberger Gemarkung auf der anderen Mainseite eingeladen. Hierzu trafen sich am 28. Juni 2018 interessierte Niedernberger. Mit dem Rad ging es über die Brücke bis zur ehemaligen Fähranlegestelle.



Das Niedernberger Gebiet umfasst eine Fläche von ca. 3 ha und trägt die Flurnamen „Schwindenrain“ und „Schwindwiesen“. Es ist von alters her in Niedernberger Besitz.



Heimatpfleger Albert Wagner erklärte den Teilnehmern zunächst anhand eines Kartenausschnittes den Grenzverlauf. Die Grenzsteine waren durch die hohe Vegetation nicht zu sehen, aber durch Pfosten gekennzeichnet. Der erste Grenzstein befindet sich unter einem Findling an der ehemaligen Fähranlegestelle. Die Grenze zieht Richtung Osten über Bahngleis und Straße hinweg hinauf auf die Anhöhe. Dort verläuft die sie nach Süden bis zum Kübler Ring. Von hier führt sie ein kurzes Stück in nord-westliche Richtung, bevor sie nach Westen verläuft und etwa gegenüber des Niedernberger Pfarrhauses im Main nach Süden zieht.






Die Straße, die zum Bahnübergang hinauf führt, entstand erst nach dem Gleisbau 1875. Der alte Weg, den die Niedernberger nach Sulzbach gingen, führte durch die Mainwiesen, wo heute der Auwald steht, und den Kübler Ring hinauf. Die ehemalige Margareten-Kirche (sie stand nördlich des Bahnhofgebäudes) erreichten die Niedernberger auf einem Pfad, für den seit alters her ein Wegerecht bestand.

Laut einer Kirchenrechnung von 1676 betrieben die Niedernberger im „Schwindenrain“ Weinanbau, bis ca. Mitte des 18. Jh.. Das Gelände stieg früher gleichmäßig an. Mit dem Bau der Bahngleise wurde die Steigung abgetragen und mit der angefallenen Erde die Bahntrasse aufgeschüttet.

Die Mainwiesen dienten zur Beschaffung von Grünfutter und Heu. Albert Wagner erinnert sich noch gut daran, wie die Bauern mit ihren Heufuhrwerken ihre Ernte mit der Fähre über den Main brachten.


Schließlich erkundete die Gruppe das Gelände zu Fuß. Auf der Niedernberger Straße erklärte Albert Wagner, wo das Schrankenwärter-Häuschen gestanden hatte - einige Meter nördlich der Schrankenanlage, also auf Niedernberger Gebiet. An dieser Stelle befindet sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite eine Mauer zur Hangbefestigung.




Zum Abschluss der kleinen Exkursion kehrten die Teilnehmer der Führung noch in einer Niedernberger Gaststätte ein.

Text: Monika Fecher