Restaurierung eines Bildstockes

Der vermutlich aus dem letzten Viertel des 15. Jahrhunderts stammende Bildstock, stand auf dem Grundstück von Familie Sirsch im Waldweg 28. Bis zur Bebauung dieses Gebietes befand sich der ursprüngliche Standort dieses Bildstocks an der Straßeneinmündung des Räubersweges in den Waldweg. Der Bildstock ragte ca. 210 cm in die Höhe. Das Oberteil hat eine Kreuzbedachung. In drei Giebeln sind Nischeneintiefungen für Reliefs. In zwei Nischen befanden sich Holzrefliefs,in der Front ein Relief mit der Mutter Gottes mit Jesukind und in der rechten Nische Mariä Verkündigung. Links war ein buntglasiertes, beschädigtes Terracottarelief mit einer Pieta. Die beiden Holzreliefs waren von dem Besitzer nachträglich angebracht worden. Der Bildstock hatte mehrere rote Farbanstriche. Die Steinsubstanz war sehr stark angegriffen und mit Moos und Flechten bewachsen, der Aufbau hatte tiefe Risse.



Die Restaurierung des Bildstockes wurde dem Bildhauer Georg Büttner aus Bürgstadt übertragen.
Der Abbau gestaltete sich schwierig, zum einen, weil der Aufbau in einem desolaten Zustand war, zum anderen, weil die Säule des Bildstocks 70 cm tief in die Erde eingegraben war, so daß sehr tief ausgehoben werden mußte.

Als der Ölfarbanstrich entfernt war, kam an der Säule der Schriftzug „Peter“ zum Vorschein, mehr war nicht mehr zu erkennen. Außerdem wurde jetzt das volle Ausmaß der Beschädigung an dem Aufbau sichtbar. Eine Wiederaufstellung ohne Überdachung wäre nicht möglich gewesen. Also machten sich die Vereinsmitglieder auf die Suche nach einem neuen, geeigneten Standort. Die Familie Sirsch stimmte einem Standortwechsel zu und überließ den Bildstock dem Geschichtsverein mit der Auflage, diesen wieder im Dorf aufzustellen. Der Niedernberger Bürgermeister Herr Jürgen Reinhard erklärte sich bereit, ein Stück seines Grundstückes zu Verfügung zu stellen. So fand der Bildstock unter dem überragenden Dach seines Torhauses eine neue Bleibe. Die Holzreliefs wurden von der Kunstgießerei Grundhöfer durch Abgüsse aus Bronze ersetzt. Am 29. September 2002 wurde der Bildstock im Rahmen einer kleinen Feier gesegnet. Die Ergänzung des Fragments der Pieta und deren Guß in Bronze erfolgte zu einem späteren Zeitpunkt. Auch ein Sandsteinkreuz, das ursprünglich vorhanden gewesen sein muß, wurde nachträglich aufgesetzt.