Personenbeförderung

Hier stellen wir nach und nach ehemalige Geschäftsleute aus dem Bereich Personenbeförderung, welche in die Ortsgeschichte eingingen, vor.


Omnibus SEITZ  




Das Omnibusunternehmen Seitz bestand von 1935 bis zum 31. Januar 2000. Das Foto zeigt das Anwesen der Großwallstädter Straße 1, in den 60er Jahren. Das Wohnhaus wurde 1938 erbaut, das große Tor zehn Jahre später im Jahre 1948.

Das erste Fahrzeug war zunächst ein Citroen Six PKW mit sieben Sitzplätzen, mit dem die damals noch wenigen Fahrgäste befördert wurden. Einen festen Fahrplan gab es nicht, gefahren wurde nach Bedarf. Auch die Schneidersäcke der Heimschneider wurden damals schon gegen ein geringes Entgelt bis in die 1960er Jahre befördert. Ab den 1960er Jahren bot das Unternehmen für die Niedernberger, z.B. Schulklassen oder Vereine, auch Ausflugsfahrten an. Zunächst in die nähere Umgebung, z.B. nach Frankfurt zum Palmengarten oder dem Zoo, später deutschland- und europaweit.

Der erste große Bus mit 30 Sitzplätzen wurde ca. 1942 angeschafft.

Etwa zu Beginn der 1950er Jahre gab es einen Fahrplan mit täglicher Busverbindung von Niedernberg nach Aschaffenburg. Der früheste Bus fuhr um 5.55 Uhr nach Aschaffenburg, der letzte um 18.10 Uhr von Aschaffenburg zurück nach Niedernberg.

Aus Altersgründen wurde das Unternehmen im Januar 2000 aufgegeben. Die letzten Jahre  fuhr Günther Seitz für die Verkehrsgemeinschaft Untermain, kurz VU.

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Das Ehepaar Elisabeth und Günter Seitz bei einem Urlaubstrip im Jahre 2011. Im Ruhestand lassen sich die beiden auch mal selbst kutschieren und genießen die Zeit, die sie seit Anfang 2000 für sich haben.






Die Anfangszeiten von Omnibus Seitz. Die Einrichtung einer Autoverbindung zwischen Niedernberg und Aschaffenburg durch Eugen Seitz wurde mit Beschluss vom 9. Februar 1935 vom Gemeinderat genehmigt.  Am 7. Dezember 1936 wurde einem Mietwagenvertrag mit dem 7-Sitzer Personenkraftwagen Kennzeichen "II U 5821" zugesprochen, die nötige Führerscheinprüfung wurde von Eugen Seitz bereits am 19. Mai 1934 abgelegt. 

Eugen Seitz (im obigen Bild hinten rechts) bediente mit einem Citroen Six 7-Sitzer die Strecke Niedernberg-Aschaffenburg nach Bedarf. Für die Schneidersäcke der Heimschneider hatte er sogar einen Anhänger. Hier im Bild von 1936 holt er Helene Röther, die Tochter des ehemaligen Grundschullehrers Karl Röther (die Familie wohnte in der Sandsteinschule) ab und fuhr sie an den Hauptbahnhof Aschaffenburg, zur Auswanderung nach Amerika.



Bereits wenige Monate später, am 16. April 1937 wurde einem Mietwagenvertrag mit einem 12-Sitzer Omnibus Kennzeichen "II U 38512" im Umkreis von 150 km genehmigt, siehe Foto vor dem Dom zu Fulda (ca. 1940). Und im September kam bereits ein Magirus Omnibus mit 26 Sitzplätzen (jeweils inkl. Fahrer) mit Kennzeichen "II U 38526" dazu




Günter Seitz steigt als junger Fahrer ins Busunternehmen seines Vaters Eugen ein (Foto ca. 1965, Reisebus Magirus Modell O 6500), Ende der 60er Jahre übernimmt er die Firma komplett. seine Ehefrau Elisabeth erwarb 1970 den Busführerschein und war damals die dritte Frau in Unterfranken mit dieser Fahrerlaubnis. Sie  fuhr ab dem Jahr 1970 im Linienverkehr Niedernberg - Aschaffenburg, Günter war dadurch entlastet und konnte auch Tages- und Wochenendreisen mit einem zweiten Bus anbieten.  Eine Ansicht der Stelle, an der das Bild enstand, 60 Jahre danach, findet man hier...




  

             Anzeige aus einer Festschrift im Jahre 1984                    Ausflug 1983 ins Spanische Calpe mit dem Setra S 215 H





Dieser Fahrplan stammt vermutlich aus den 70er Jahren



Wochenendfahrt nach Paris 1991 mit dem Setra S 215 HR. Günter fuhr neben Niedernberger Klassen- und Vereinsfahrten auch für einen Frankfurter Reiseveranstalter und war mit seinen Bussen in weiten Teilen Europas unterwegs.



Bilder per Mausklick vergrößerbar


Die vorletzte Anschaffung war ein Setra S 215 HR, Erstzulassung im November 1989. Ene aktuelle Ansicht (Feb. 2021) des Anwesens in der Großwallstädter Str. 1 A findet man hier...




Die letzte Ominibuskauf erfolgte im Jahre 1992: ein Kässbohrer Setra S 315 HD, damals die Reisebus Comfort-Klasse (ab 1992 auf dem Markt). Das Modell S 315 HDH wurde zum Bus des Jahres 1993 gewählt. Das Bild zeigt Papa Günter mit Tochter bei der Abholung im Setra-Werk Neu-Ulm. (Foto per Mausklick vergrößerbar)






WIFI (Wiessmann & Fischer)  - eine Historie mit mehreren Wurzeln in Niedernberg




In den 70er Jahren mit einem Setra S 130 am Palais de Chaillot mit Blick auf den 324 m hohen Eiffelturm.



Derzeit in Bearbeitung, weitere Texte folgen


Wie eine stolze Kühlerfigur ziert die kleine, zweijärige  Rosel die Kühlerhaube des ersten Niedernberger Autos: Ein Citroen Six (C6) Baujahr 1928 ihres Vaters Josef Wießmann (Schwanengasse, Foto von 1932). Der 7-Sitzer war zugleich der erste Wagen, mit welchem Personenbeförderung in Niedernberg betrieben wurde. Der Ursprung des Unternehmens WIFI





Foto um 1940. Josef Wießmann hat seine jüngste Tochter Liesl (lebt heute in Wörth an Main, Familienname Holeczek) auf dem Schoß. Rechts neben ihm seine Frau Eva, zwischen den beiden schaut Rosl (das Mädchen auf der Kühlerhaube) hervor. Oben im Bild Johann (Hans) und Irmgard Appel (geb. Hein). Rechts im Bild eine Junglehrerin, die bei Familie Wießmann in Untermiete wohnte.



 

Linkes Bild: Ein "Mümlingtal-Bus" vorm Gasthaus "Zur Krone" in Eisenbach.
Aufschrift:  Josef Wießmann, Auto-Verkehr (?), Eisenbach Ufr., Fernruf Obernburg 822.
Rechtes Bild: handschriftliche Skizzen zum Entwurf eines Logos "Mümlingtal - Omnibusverkehr Hessen / Bayern.



    

Firmengründer Josef Wießmann verstarb 1954 im Alter von 49 Jahren. Im Bild rechts wurde die Kühlerhaube von Sohne Manfred Fischer (im Monteuranzug) mit einer Verkleidung gegen Lufteintritt bei Fahrt abgedeckt, damit im Winter der Motor und somit die Heizung zügig warm wurde. Die erste Busgarage mit Montagegrube war im Haus Wiesentalstraße 12. In den 50er Jahren wurde direkt dahinter in der  Wiesentalstraße 14 das Wohnhaus erbaut. Die alte Dreschhalle wurde1968 nach Umbau als neuer Firmensitz genutzt und bot Garagenplätze für sechs Omnibusse (Wiesentalstraße 14a), siehe nachfolgendes Bild.




 







 

Ob damals oder heute - mit den komfortabel ausgestatteten WIFI-Bussen reist man auf allerhöchstem Level

 

       Vatikan in Rom, 80er Jahre, Petersdom                       Eiffelturm in  Paris, Weekend in der Stadt der Liebe, 70er Jahre












Rosl Fischer stieg 1954, nach dem Tod ihres Vaters Josef Wießmann, ins Busunternehmen ein, unterstütze zusammen mit ihrem Gatten Manfred "Fredi" Fischer (Sohn vom "Moa-Spatz" Josef Fischer) ihre Mutter Eva Wießmann.

Ihren Fredi lernte Rosel mit ca. 17 Jahren auf der Fähre in Niedernberg kennen. Sie lebte damals zwar schon mit ihren Eltern in Eisenbach, wohnte aber unter der Woche oftmals bei ihrer Oma in Niedernberg, da sie von hier aus das Mädchengymnasium der Maria-Ward-Schule in Aschaffenburg schneller per Fähre und Zug erreichen konnte. Manfred Fischer, der als gelernter Konditor eigentlich in die Fußstapfen seines Vaters Josef Fischer treten und später die "Mainaussicht" übernehmen sollte, war nebenher auch als Fährmann tätig, da die damalige Hochseilfähre vom "Moalust-Wirt" betrieben wurde. Und da hatte es zwischen den beiden gefunkt, anstatt Wirt in Niedernberg wurde Manfred Fischer fortan Busunternehmer in Eisenbach. Viel zu früh, im Januar 1971, verstarb Firmenchef Manfred Fischer mit nur 44 Jahren, Rosl's Sohn Bernd Fischer (inks im Bild), trat 1979 aktiv in das Unternehmen ein.


Weitere Texte folgen



Betriebsgelände der Kässbohrer Setra in Neu-Ulm: Mit ihrer langjährige Betriebszugehörigkeit haben die beiden Busfahrer Leonhard Geiß (links) und Adolf (Adi) Hotz (rechts) großen Anteil am betrieblichen Erfolg. Als Dank und Anerkennung wurden ihre Vornamen unter dem Fahrerfenster einlackiert. In der Bildmitte Inhaber Bernd Fischer mit Gattin und Sohn, rechts neben Fischer Vertriebsmann Rainer Näbers (Fa. Kässbohrer).




Vor zwei Jahren besuchte Rosl Fischer mit ihrer Tochter Christine (kleines Bild)  ihren Geburtsort Niedernberg, u.a,  wollte sie noch einmal die Pfarrkirche St. Cyriakus von innen sehen. 2020 feierte sie ihren 90. Geburtstag, lebt mittlerweile an Demenz erkrankt in einem Pflegeheim bei Essen, in der Nähe ihrer Tochter, die sich um ihre Mutter kümmert.




Abholung des S 516 HD in Neu-Ulm.
Von li. n. re.: H. Wöber, Geschäftsführer Bernd Fischer und seit Anfang 2018 teilhabender Geschäftsführer Maximilian Bauer.



Tagesfahrt von ZEIT-TOUREN Niedernberg nach Bad Wimpfen im Mai 2019 mit Busfahrer Heinz Roth, der mit dem komfortablen S 516 HD auch die Handballmannschaft des TV Grosswallstadt zu deren Auswärtsspielen begleitet.

     




Wochenendfahrten in den 70er und 80er Jahren.

     
         Lago Maggiore                          Amsterdam                            eingeschneit ....                    mit Disco-Freaks nach Cannes




Weiterer Text in Bearbeitung ...


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