Bäckereien, Metzgereien

Hier stellen wir nach und nach ehem. Bäcker, Metzger, Fleischbeschauer usw., welche in die Ortsgeschichte eingingen, vor.


Metzgerei Lebert


Die Metzgermeister Josef (Firmengründer), Roland und Klaus Lebert führten im Anwesen der Römerstr.17 über drei Generationen und einem Zeitraum von 75 Jahren die Metzgerei Lebert. Hier ein Familienfoto anlässlich der Goldenen Hochzeit von Anna und Josef im Jahre 1981. Die Fleischerfamilie Lebert bleibt aber nicht nur für "Worscht & Fleisch" in guter Erinnerung, sondern auch durch ihr engagiertes Wirken in örtlichen Vereinen und Instutitionen. Einen beeindruckenden Stempel haben u.a. Roland und seine Tochter Susanne der Niedernberger Fasenacht aufgedrückt.    (Fotos per Mausklick vergrößerbar. Die Links sind mit weiteren Infos oder Fotos hinterlegt)

        





Walburga und Roland hatten sich in der Schulzeit schon immer geneckt, aber so richtig gefunkt hat es (wie sollte es auch anders sein?) beim Fasching im Gasthaus Zur Linde und in der Mainaussicht,  - ja, beim Tanzen fing die Romance an!

        




  

"Ganz in weiß, mit einem Blumenstrauß ..." - am 11.10.1961 gaben sich Walburga und Roland vor dem Traualtar das "Ja-Wort". Links im Bild die Brauteltern Adolf und Eugenie Klug, rechts die Eltern vom Bräutigam: Anna und Josef Lebert.



    

Anfang der 60er,: Ausflug ins Grüne, mit Picknick am Ufer des Neckars. Walburga und Roland posieren in "Sissi & James Dean - Manier" vor dem metallic-schwarzen Mercedes 190 (W121).  In den Zeiten des deutschen Wirtschaftwunders war ein Daimler Benz das Statussymbol eines Metzgermeisters, der Lohn für eine harte Schufterei in einem aufstrebenden Handwerksberuf. Auch das Halten von Bernhardiner-Hunden gehörte damals ins Bild der örtlichen Metzgereibetriebe. 


Bereits in den Anfängen des Carnevalvereins NCV Niedernberg war Roland mit am Ruder, u.a. als Elferrats-Mitglied und später in seiner legendären Rolle des singenden Metzgermeisters („ohne Worschrt, un ohne Woi" Text...), die honischer Antwort auf den "singenden Dachdeckermeister" Ernst Neger (Rucki Zucki, Humba Täterä) aus Mainz.. 1989 ging Roland als erster Niedernberger Ehrenträger des „Till von Franken“ in die Honischer Fasenachts-Analen ein.


     


   

"Wenn der Vater mit der Tochter" .... schon von Kindesbeinen an fühlte sich Susanne der Fasenacht hingezogen, stand schon als kleines Mädel mit ihrem Papa Roland gemeinsam auf der Bühne, u.a. als Gardemädchen und als Honischgirl.

    

Susanne als elfjähriges Mädel auf der Bühne mit Papa und Onkel Friedbert. Text dazu im mittleren Teil "Nach der Pause..."



  

Familienfoto um 1970 (v.l.n.r.: Christine, Walburga, Klaus, Roland und Susanne)         Silberne Hochzeit im Oktober 1986



  

     

Urlaubserinnerungen der Familie Roland Lebert an einen gemeinsamen Skiurlaub Anfang der 80er Jahre in Imst (Pitztal / Tirol). Auch auf den Schneebrettern gibt die Familie eine gute Figur ab.


  

Die 1930 von Josef Lebert gegründete Metzgerei hatte noch einen kleinen Laden mit einem recht unscheinbaren Schaufenster. Rechts: Anna Lebert und Schwiegertochter Walburga zur Weihnachtszeit hinter der Verkaufstheke. Großen Wert wurde drauf gelegt, dass dekorative Weihnachtsbanderolen die angerpriesenen Würste zierten.




  

1968 pachtete Roland im Alter von 28 Jahren das Geschäft von seinem Vater Josef. In der Übergangszeit vor und nach der Übernahme wurden beide, Vater und Sohn, als Inhaber genannt, siehe Amtsblatt-Annoncen. Vier Jahre später, als Josef  mit 65 Jahren "in Rente" ging, übernahm  Roland den Betrieb komplett, das ursprüngliche Schlachthaus im Hof wurde durch einen Neubau (Foto links) ersetzt. Dort gab es damals, als noch die Hanswurst-Banden den Niedernberger Straßenfasching prägten, auch die "Saibloose" für wenige Pfennige zu kaufen, Roland hatte die Saublasen/Schweinsblasen immer für die Faschingszeit aufgehoben. 1973, ein Jahr nach dem neuen Schlachthaus, wurde auch das Wohnhaus abgerissen und durch das heutige Anwesen mit größerer Ladenfläche (rechts) ersetzt. 




    

Links: Roland bei einem Feststand, als Spezialität gab es sogar gegrillte Rippchen. Foto Mitte: Walburga und Verkäuferin Silvia Hohm im Verkaufsladen der Spezialiäten-Metzgerei. Man beachte die "Niedernberger Spazierstöcke"  im Hintergrund, an Ideenreichtum fehlte es nicht. Siehe auch die kreative Amtsblatt-Annoce von Weihnachten 1991.  Rechts ein aktuelles Foto des Anwesens, die Fahrschule Hein hat den Verkaufsladen seit einigen Jahren angemietet. 



      

Klaus war, wie bereits zuvor sein Vater Roland, von Kind auf an die Schlachtung gewöhnt. Nach dem frühen Tode seines Papas im Januar 1993 übernahm er als 25-Jähriger die Metzgerei Lebert in dritter Generation, seine Mutter Walburga unterstütze den damals frisch mit seiner Elisabeth verheirateten Sohnemann in der Anfangszeit so gut es nur ging. Niemand konnte ahnen, dass ihn ein ähnliches Schicksal wie seinem Vater heimsuchen würde. Klaus erlag im August 2018 mit nur 50 Jahren  einem Krebsleiden.

Foto oben rechts: Wie bereits zuvor seine Schwester Susanne im Jahre 1990 regierte Klaus das Honischland in der Faschingskampagne 2009 zusammen mit "Lissy", seiner Gattin Elisabeth.
Alle Prinzenpaare des NCV Niedernberg findet man hier ...







Dokumente aus den drei Generationen der Metzgerei Lebert, die im Jahre 2006 den Betrieb einstellte und Klaus den Laden mit Schlachthaus an Edeka (Hr. Lehnert) verpachtete. Ca. 2 Jahre später wurde an die Metzgerei Jordan aus Pflaumheim vermietet. Ein Jahr später stand der Laden dann einige Zeit leer, bis dann die Fahrschule Hein die Räumlichkeit als Schulungsraum anmietete. Auch das Schlachthaus ist seit 2015 als Lager vermietet. Der Verlauf der letzten Jahre zeugt davon,  welch schweren Stand private Metzgereien in heutiger Zeit  haben. Nach dem Sterben der Tante-Emma Läden  hat es bereits viele Wirtshäuser, Bäcker- und Metzgerläden in den ländlichen Gegenden, die mehr und mehr industrialisiert werden, getroffen. Das "Persönliche" und der  "Austausch der Neuigkeiten" an der Theke bleibt dabei immer mehr auf der Strecke. "Walburga, hobder ä gurri Läwwerworscht" gehört längst der Vergangenheit an. Aber Walburga ist eine starke, bewundernswerte Frau, die auch nach den Schicksalsschlägen und trotz ihres hohen Alters weiterhin ehrenamtlich unterwegs ist, soweit es die aktuellen Corona-Regeln ermöglichen. Im Oktober diesen Jahres wäre Termin für die Diamantene Hochzeit, vielleicht feiern Roland und Klaus ja da oben mit und versorgen dabei sicherlich die Engelchen mit  Worscht und Woi.






In unserem Wochenrätsel gilt es seit Januar 2021  Niedernberger Persönlichkeiten, welche in der Öffentlichkeit standen oder einen hohen Bekanntheitsgrad erreichten, sowie historische Ladengeschäfte, Firmen, Salons, Praxen, Wirtshäuser, Handwerksbetriebe etc. zu erraten. Nach Auflösung der jeweiligen Rätsel werden diese Personen mit Kurzbeschreibung und Bildmaterial hier in den Rubriken eingepflegt. 

Wir freuen uns auch über Vorschläge, Anregungen und Übermittlung von Archivmaterial, siehe hier...