Katholische Pfarrkirche St. Cyriakus

Turm und alter Chor aus dem Jahre 1461 und Hochwassermarken am Rundbogendurchgang zum Main


1340 wurde die Niedernberger Kapelle gebaut, aus der die heutige Pfarrkirche St. Cyriakus hervorgegangen ist. Wie eine Trutzburg liegt sie direkt am Main, der durch einen Torbogen erreichbar ist. Sowohl der Turm als auch der Chor von 1461 sind bis heute erhalten. Ende des 19. Jahrhunderts und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die Kirche umgebaut und erweitert. An der Südseite des Kirchturms findet sich die um 1822 dort eingelassene Grabplatte des Landschöffen Michael Groß, dessen Mut Niedernberg vor der Zerstörung durch die Schweden im Dreißigjährigen Krieg gerettet haben soll.







Ausschnitt aus dem Hochaltar (mittig, rechte Seite) von Josef Rotermund, Nürnberg, erbaut 1897
































Jahreszahl und Steinmetzzeichen an der Südseite des Kirchturms. Die nach unten offene Acht steht für die Zahl vier (1461)



An der Südseite des Kirchturms wurde um 1820 die Grabplatte des Landschöffen Michael Groß eingelassen, welcher der Sage nach durch seinen Mut Niedernberg vor der Zerstörung durch die Schweden im Dreißigjährigen Krieg gerettet hat. Widersprüchlich sind allerdings die Angaben auf der Grabplatte, demnach ist Michael Groß bereits zwei jahre vor Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) verstorben. Dies wird auch durch das Leibeigenverzeichnis vom Jahre 1617 bestätigt, somit kann der ehrenhafte Michael Groß niemals der wahre Retter Niedernbergs gewesen sein. 

Inschrift: ANNO. 1.6.1.6. DEN 18. MAY IST IN GOTT VERSCHIDEN. DER EHRENHAFTE MICHAEL GROS. LANDSCHEF IN NIDERNBVRG. SEINES ALTERS 70. JAHR. DEREN SEHLL GOTT GNEDIG SEIN WELE AMEN  Der Du bist bin ich gewesen der Ich bin wirst Du gewesen






Links vor dem Torbogen ist die Steintafel des Steinsetzers Endres Reinfart eingelassen. Rechts am Torbogen befinden sich die Hochwassermarken, dort sieht man in welchem Jahr der Fluß wie hoch stand.

Wegen seiner geografischen Lage, direkt neben dem Main hat die Gemeinde Niedernberg schon immer gegen Hochwasser zu kämpfen. Das schlimmste Hochwasser war 1342, das Magdalenenhochwasser. Den höchsten Pegelstand seit dem Jahre 1342 erreichte der Main am 29. Februar 1784. An diesem Tag wurde ein Wasserstand von acht bis zehn Metern über dem Normalwert erreicht. Außerdem hatte Niedernberg in den Jahren 1275, 1306, 1342, 1442, 1546, 1663, 1682, 1709, 1846, 1909, 1970 und 1982 mit extremem Hochwasser zu kämpfen. Auch heute tritt der Main hin und wieder aus seinem eigentlichen Flußbett und überschwemmt die naheliegenden Häuser und Gärten. Weitere Informationen finden Sie im Niedernberger Heimatbuch.