Leinritt ("Leinen - Ritt")

Früherer Ziehweg am Ufer entlang für Lastkähne den Main aufwärts. Auch Treidelpfad, Ziehweg oder Leinpfad genannt. Denn im Mittelalter wurden die Schiffe mit Leinen an Zugpferden befestigt, die sie stromaufwärts zogen. Durch die Gegenströmung und die Stellung des Ruders wurden die Kähne vom Ufer ferngehalten. Ein Leinritt ist ein solcher "Pferde-Pfad".




Treideln ... (C) Reinhard Dietrich



Blick von der Turmstraße flußaufwärts in Richtung Fährgasse.
Bild Unten: Mit dem Fährkahn auf Spuren der Leinreiter (Historische Dorffest 1995)









Der Leinritt war vor der Aufstauung des Maines in den 1920er Jahren um ca. 1,80 m tiefer gelegen. Den ursprünglichen Pegelstand des Maines kann man nachfolgend in der alten Ansicht erkennen:




Eine Skizze vom Treideln am Neckar. Ausführliche Infos hierüber findet man auf der Seite des Fördervereins Seckenheim





Bis zum Rondell war man gezwungen, den Treidelpfad der Geländeform entsprechend am flachen Ufer anzulegen. Südlich der Ortsmauer  führte der Ziehpfad auf die Anhöhe der Böschung (rechte Seite) und setzte sich bis zu den Gemeindewiesen "Hoher Sand" (siehe Flurnamen) fort. Die an den vorderen Sandsteinen des "runden Eisbrechers" zurückgebliebenen Schleifspuren, welche von den 20-100 m langen Zugleinen der Schleppkähne herführen, erinnern heute noch an die harte Arbeit der Leinreiter, siehe nachfolgende Fotos.  An der abgebildeten Stelle oberhalb des Rondells wurde anlässlich der fortgeschrittenen Schifffahrt 1895 der Ländeplatz und Buhnen am Ufer errichtet.


Die relativ weichen Sandsteine des Rondells haben Schleifspuren, welche von den Zugleinen der Leinreiter stammen.





Die Kutscher Alm in 92334 Pollanten z.B. bietet noch heute noch neben Planwagenfahrten historische Treidelfahrten an.



Ähnlich wie hier im Bild diese Bootsrampe erkennt man auch heute noch z.B.  am Bubebadeplatz und entlang des Sauraines Teilstücke des ehemaligen Treidelpfades und vor allen Dingen der ehemaligen Buhnen, welche nach der Zeit der Treidelfahrten errichtet wurden. Diese Bauten sieht man bei stillem Wasser und Sonnenschein ca. 50 - 100 cm unterhalb der Wasseroberfläche in 5-10 Metern Entfernung vom Ufer. Ein dementsprechendes Foto reichen wir demnächst hier nach.