Wochenrätsel

Ab der 40. Kalenderwoche 2019 findet wöchentlich ein Rätsel statt. Wir stellen Gebrauchsgegenstände und Gerätschaften vor, welche heutzutage im Hausrat und in der Landwirtschaft kaum oder nicht mehr vorzufinden sind, aber vor Jahrzehnten den Niedernberger Hausfrauen und Landwirten nützliche Dienste erwiesen. 

Jeweils bei erscheinen eines neuen Rätsels erfolgt die Auflösung der Vorwoche.

Aktiv miträtseln kann man hier... auf unserer facebook-Seite.



Zusatzfrage zum Rätsel der Kalenderwoche 43:

Da das Rätsel binnen Minuten in Facebook aufgelöst wurde, hatten wir noch die nachfolgende Zusatzfrage gestellt.

Um welchen Gegenstand handelt es sich hier, wofür wurden diese Teile eingesetzt?


Fotografiert wurden alte Sockenhalter für Herrensocken. Man konnte die Weite an der Wade entsprechend einstellen. Mit der Öse wurde der Socken eingehängt, damit er nicht runterrutscht. Diese Teile scheinen aktuell wieder in Mode zu kommen, siehe hier...


Rätsel der Kalenderwoche 43:

Um welchen Gegenstand handelt es sich hier, wofür wurden diese Teile eingesetzt?

Mit diesem Teil wurden damals von den Maiskolben durch Drehen die Körner gelöst. Sozusagen auf "Nirrenberscherisch" ein "Maisbobbebiggeler". Heute machen das moderne Mähdrescher, aber es gibt für den Hausgebrauch auch aktuell noch andere Geräte, oder halt die Abschab-Methode mit einem Messer. Siehe Fotocollage. Bei den Ferienspielen 2018 durften die Kids den "Maisbobbebioggeler" ausprobieren, hier... der Bericht.



Vorführung einer antiken Dreschmaschine




Rätsel der Kalenderwoche 42:

Um welchen Gegenstand handelt es sich hier, wofür wurden diese Teile eingesetzt?



Es handelt sich um eine Schabglocke bzw. Borstenschaber, in Niedernberger Mundart "Saiglogge". Der Hausmetzger schabte damit der vorher gebrühten Sau die Borsten und die obere Schicht der Haut / Schwarte ab. Ein schöner Bericht über einen Schlachttag an Kirmes 1943 im Pfälzer Dorf Gevenich findet man durch Mausklicklick aufs folgende Foto:



Auch die Namen Kratzglocke oder Schabeglocke sind richtig, das sind neben Borstenglocke und Metzgerglocke die aktuellen Begriffe. Denn diese Teile gibt es auch heute noch zu kaufen, trotz der mittlerweile eingesetzten "Brüh- und Enthaarungsmaschinen" (siehe Foto unten und Video, hier kann man die Nachentborstung per Hand mit der Schabglocke sehen. Denn zumindest die manuelle Nacharbeit, das Abschaben der Restborsten, findet auch heute meist noch mit der am unteren Rand scharfkantigen Glocke statt. Mit dem Haken wurden die Klauen abgezogen, mit dem Halter konnte der Schlachter das Werkzeug in die Gürtelschlaufe hängen.





Rätsel 41. Kalenderwoche:

Um welchen Gegenstand handelt es sich hier, wofür wurde dieses Teil eingesetzt?


Lösung:



Das abgebildete Teil ist ein "Maisbohrer", wie der Mäusebohrer im Niedernberger Volksmund genannt wurde. Damit bekämpfte man, besonders in der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg, die Plage der Feldmäuse. Diese legen sich oberirdische Gänge, Verbindungen von Loch zu Loch, an. Mittig in einen Gang bohrte man damit ein 30-60 cm tiefes Loch mit ca. 10 cm Durchmesser. Die Mäuse achten beim laufen nicht darauf und fallen blindlings ins Loch, dessen Wände meist noch mit einem Stemplel geglättet wurden. Mit einer Gabel (u.a. Holzstil mit Nagelspitze) spießte man die Tiere in den Löchern auf.


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Rätsel 40. Kalenderwoche:


Auflösung: Die Abbildung zeigt "Stoßbutterfass", ein altes Teil aus Keramik, heutzutage noch in Holzform erwerblich. Es gab auch Roll-, Schlag- und Wiegebutterfässer, je nachdem wie die Butter in Bewegung gebracht wurde. Im Stoßbutterfaß wurde abgeschöpfter Rahm mit dem Stößer zu Butter gestampft bzw. geschlagen.