Am Samstag, den 28. September trafen sich einige Helfer ab 14 Uhr zur Reinigung der bislang unbearbeiteten Niedernberger Ausgrabungsstücke. Einige Highlights der Römerfunde sind bereits seit einigen Jahren im Rückfenster des Wiegehäuschens und in einer Vitrine in den Vereinsräumen der Sandsteinschule ausgestellt. Das Original der einzigartigen Funde der römischen Brunnenmaske und des Marcellus-Grabsteines befindet sich im Stiftsmuseum Aschaffenburg.

Es ist zwar etwas Aufwand, all die eingelagerten Fundstücke zu reinigen, aber es macht Freude, da immer wieder interessante Teile dabei sind. Auch ausgefallene, "nicht römische" Ausgrabungen sind darunter. Siehe auch Textbeschreibungen bei einigen der nachfolgenden Fotos.

Am Samstag, den 26. Oktober findet ab 14 Uhr ein weiteres Treffen zum reinigen der restlichen Funde statt, bevor dann die Stücke von einem Experten begutachtet und bestimmt werden.

Vielen Dank an die Personen, welche ihre Funde dem Geschichtsverein überlassen haben.


Während die eine Gruppe mit der Gestaltung des Museumscafes (am Sonntag, 6.10.2019, 14 - 17 Uhr) beschäftigt war, fingen die andere Gruppe schon mal an, die Fundstücke zu reinigen.



Zwei "Jungs", Friedel und Albert, die tief verbunden mit der Niedernberger Geschichte sind, legen Hand an.



Doris, unsere 1.Vorsitzende, leitete die Aktion.



Nachdem Petrus einige Schleusen öffnete, musste die Reinigungscrew etwas ummodeln, die Arbeit ins Innere verlegen.



Bald kam wieder die Sonne zum Vorschein, wir verlagerten teilweise wieder ins Freie.



Römische Terra Sigillata - Scherben, teilweise mit Ornamenten.



Grabbeigaben aus einer späteren Zeit, u.a. Speerspitzen.



Oben im Vereinsraum: Das zentrale Podium aus der Hutausstellung vom Kerbsonntag ist in eine Seitennische verlagert, die Tische fürs Museumscafe am kommenden Sonntag stehen bereit, müssen nur noch überzogen und gedeckt werden. Von 14 bis 17 Uhr kann man dann letztmalig die Ausstellung "Gut beHUTed" sehen und dabei Kaffee & Kuchen genießen.




Markantes Wolkenspiel über den Dächern von Niedernberg



Jetzt hat auch die "Reiningungstruppe" Verstärkung bekommen. Letzte Sonnenstrahlen begleiten die Aktion.







Saubermachen kann auch Spaß bereiten!






Manche Sammelbehälter und Kartonagen waren auch schon etwas in die Jahre gekommen. "Dornkaat" wurde 1806 gegründet, der Karton dürfte von ca. 1960 sein.






Viele der Ausgrabungsstücke sind dem Fundort zugeordnet, teils mit Name, Straße, Hausnummer und Ausgrabungsjahr, meist in altdeutscher Schrift verfasst.

Hier im Bild: "Gefunden im Mai in der Fährgasse 1962 bei Hermann Walter".

Die alte Hausnummer des Hermann-Anwesens lautete "Nr. 23", die heutige Fährgasse 5.

Hinweis: Ab dem Jahre 1806 wurden alle Häuser durchnummeriert, beginnend mit der Nummer 1 (heute Turmgasse 4)  fortlaufend bis zur Nummer 185, die jetzige Römerstr. 22. Da mittlerweile aber auch außerhalb der Dormauer gebaut werden durfte, mussten man in die Trickkiste greifen. Z.B. wurden nach Bau der Fachrainstraße die Nummern von "78 1/2" durchlaufend über "78 1/3" bis hin zu "78 1/30" vergeben. Die Nummer 78 hatte Wenzel Lorenz (Zur Gemütlichkeit) inne, die Nummern ab 79 aufwärts waren bereits für die Hauptstraße im Neudorf (aufwärts ab Dorfplatz) vergeben.

Im Jahre 1953 wurden dann die aktuellen Hausnummern eingeführt, bezogen auf die jeweiligen Straßennamen. 






Unter den Ausgrabungsstücken befinden sich auch immer wieder anderweitige Exemplare. Hier ein Backenzahn, der aufgrund der beachtlichen Größe nicht von einem Menchen stammen dürfte, und Keiler, vermutlich von Hausschweinen.


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Anläßlich des UNESCO-Welterbetages am 2. Juni 2019 hatte unsere Vorsitzende Doris Blaschke schon mal vorgetestet und die ersten römischen Fundstücke im Rathaushof gereinigt.