Unser Verein möchte die Bevölkerung von Niedernberg durch Vorträge, Führungen und Ausstellungen für die örtliche Geschichte sensibilisieren. Wir möchten das Bewusstsein zur Heimat wecken und fördern. Für Interessierte haben wir in unseren Räumlichkeiten in der Sandsteinschule eine  volkstümliche Sammlung mit historischen Gegenständen aus Niedernberg zusammengetragen.


                                                                                                                                                           Termine aktualisiert am 02.08.2021
 

Was war vor 200 Jahren?

Im Oktober 1821 ließ der damalige Pfarrer Herrdegen eine zweite Schulstelle neben der Kirche errichten. Das Unterrichtslokal bestand lediglich aus einem Raum. Es wurde an der Stelle des alten Beinhauses errichtet. Als Füllmaterial für das Fundament dienten die zerschlagenen Grabsteine des früheren Kirchhofes, der um die Kirche lag. Nach Auflösung der Schulstelle im Jahr 1876 diente die Räumlichkeit noch etliche Jahre als Sonntagsschule. Eine Zeit lang (Ca. in den 20er und 30er Jahren) wurden in diesem Gebäude auch die Erstklässler unterrichtet. Heute ist in dem inzwischen sanierten und umgebauten Gebäude das Pfarrbüro untergebracht.

(Heimatbuch Seiten 336 und 337 und mündliche Überlieferung)



Rückblick aus der Serie"Niedernberger Persönlichkeiten, Firmen und Geschäfte":  Damenkleiderfabrik Hermann Nebel


Was war vor 80 Jahren?

Am 15. September 1941 verstarb Geistl. Rat Pfarrer Joseph Seubert. Er wurde im Priestergrab im alten Friedhof beigesetzt (Es befand sich ein Stück vor der Stelle, an der jetzt das Kreuz steht). Von 1895 bis 1938 war er Ortsgeistlicher in Niedernberg. Aufgrund seiner Verdienste um den großen Kirchenumbau im Jahr 1897 wurde ihm 1898 das Ehrenbürgerrecht der Gemeinde verliehen. Weitere Verdienste während seiner Amtszeit waren: Einführung der ambulanten Krankenpflege 1907 (hierfür Gründung des St. Johanneszweigvereins 1906), Erbauung  des Benefiziatenhauses 1912, Errichtung der Kinderbewahranstalt mit Handarbeitsschule 1928 und Berufung der Oberzeller Schwestern nach Niedernberg, Erweiterung der Kirche 1931. Zu seinem Gedenken wurde die Straße an der Grundschule nach ihm benannt.

(Heimatbuch Seiten 508 und 509 und Seite 267)      ... Bilder vom Priestergrab findet man hier...




Rückblick aus der Serie"Niedernberger Persönlichkeiten, Firmen und Geschäfte":  Textilgeschäf Frieda Hytha



Was war vor 70 Jahren?


Seit 1951 wird die Kerb in Niedernberg am zweiten Sonntag im September gefeiert. Eine Gewerbepräsentation und die Aufstellung eines Kerbbaumes  kamen 1978 hinzu, zunächst auf dem Schulhof im Ortskern, ein Jahr später im Altortbereich. Vor 1951 beging man die Kirchweih im November am Wochenende nach Martini. Im Volksmund wurde sie „Märdeskerb“ (Martinskerb) genannt. 

(Heimatbuch Seiten 477 und 478)  Vikrele weitere Fotos siehe hier...



Was war vor 325 Jahren?

1696 wurde das erste Schulhaus in Niedernberg in der Kirchgasse errichtet (heute Haus Nr. 14), damals nannte man diesen Teil der Kirchgasse „Koben Zehl“. Im Schulgebäude befand sich im Erdgeschoss ein einziges Klassenzimmer für alle Schüler, darüber die Lehrerwohnung. Dem Gebäude wurden 1700 ein Backofen und 1712 ein neuer Stall für das Vieh des Schullehrers hinzugefügt. Im Laufe der Jahre wurde das Haus mehrmals umgebaut, repariert und saniert. Vor 1696 fand in Niedernberg die Unterrichtung der Jugend vermutlich in der Wohnung des Pfarrers, Lehrers oder in kirchlichen Räumlichkeiten statt. Nach der Fertigstellung des dritten Schulhauses (Sandsteinschule) im Jahr 1876 ersteigerte Adam Hitzel das Anwesen; daher heute der Name „Hitzelseck“ für diesen Teil der Kirchgasse. Das inzwischen restaurierte Fachwerkgebäude ist eine Bereicherung für unser Ortsbild.

(Heimatbuch Seiten 333 – 336)


Was war vor 40 Jahren?

Am 29. August 1981 erfolgte die Übernahme des neuen Feuerwehr-Gerätehauses an der Lindenstraße. Jetzt war endlich genügend Platz für die Ausrüstung der Feuerwehr, die sich bis dahin mit den Räumlichkeiten im Seitenflügel des Rathauses begnügen musste. Wo heute Feuerwehr- und BRK- Haus stehen, befand sich vorher ein weiterer Pausenhof der Schule bzw. ein beliebter Bolzplatz mit Fußballtoren.


   

Von 2000 bis 2002 wurde das Feuerwehr-Gerätehaus um zwei weitere Stellplätze bzw. Tore für Einsatzfahrzeuge und eine Einsatzzentrale erweitert. (Aufzeichnungen bzw. mdl. Überlieferung)



Was war vor 265 Jahren?

Bis Mitte des 20. Jh. war es üblich, die Schweine auf Weiden zu treiben. Schweineweiden befanden sich, wie der Name schon sagt, um 1930 am „Saurain“ an der Großwallstädter Straße, zuletzt im sogenannten „Schweinegarten“ an der Hochgasse. Die Schweine wurden einst auch in den Wald getrieben. Die Schweineweide im Wald war in den Jahren, in denen es viele Eicheln und Bucheckern gab, besonders lohnend. Zur Unterbringung des Hirten und der Tiere wurde hierfür 1756 ein neues „Schweinehaus“ (Saihaisje) im Wald (Dachsberg) errichtet. Hiervon ist heute außer einer Bodenvertiefung nichts mehr zu sehen.

(Heimatbuch Seiten 404 und 405)

Der Schweinehirt lief am frühen Morgen durch das Dorf und blies auf seinem Horn. Die Bauern öffneten die Hoftore und die Schweine liefen dem Hirten hinter her. Nachmittags ging es umgekehrt. Auch jetzt blies der Hirte in sein Horn und die Schweine fanden selbstständig durch die geöffneten Tore in ihren Stall zurück.

(Mündliche Überlieferung. Foto: Das original Signalhorh des letzten Niedernberger Schweinehirten.)  Mehr Infos hier ...

Was war vor 560 Jahren?

Im Jahr 1461 fand die erste große Bauphase unserer Pfarrkirche statt. Davon sind der spätgotische Turm (an seiner Südseite ist die Jahreszahl 1461 zusammen mit dem Steinmetzzeichen eingemeißelt) mit Vorhalle im Untergeschoss und der nach Osten gerichtet Chor bis heute erhalten. Mit Sicherheit existierte vorher schon eine Kapelle oder kleine Kirche in Niedernberg. In verschiedenen Urkunden, erstmals im Jahr 1340, wird eine Kapelle in Niedernberg erwähnt. Vermutlich stand sie im Bereich der heutigen Pfarrkirche oder wurde sogar in den Bau mit einbezogen. Auch die älteste Glocke im Kirchturm stammt aus der Zeit vor 1461. Sie trägt die Jahrzahl 1455. (Heimatbuch Seiten 433 bis 435)

 
Modellnachbau der Kirche von 1461 und rechts die Jahreszahl samt Steinmetzzeichen an der Südseite des Kirchturms.
Die nach unten offene Acht steht für die Zahl vier (1461)

Unsere Kirche ist dem heiligen Cyriakus geweiht. Bis in die 1960er Jahre war der Cyriakustag (8. August) ein hoher Festtag in der Gemeinde, an dem nicht gearbeitet wurde. An diesem Tag wurde mehreren Messen und ein Hochamt gehalten. Die auswärtige Verwandtschaft kam zu Besuch. Früher wurde für Brot und Kuchen für diesen Festtag erstmals das neue Mehl aus der frischen Ernte verwendet. (Mdl. Überlieferung) Seit 1980 wird der Cyriakustag am darauf folgenden Sonntag kirchlich begangen. (Heimatbuch Seite 477)   Weitere neu eingepflegte Bilder, auch in Sachen Umbau findet man hier...




Rückblick aus der Serie"Niedernberger Persönlichkeiten, Firmen und Geschäfte":    Bäckerei Bleifuß



Was war vor 75 Jahren?

Nach Ende des 2. Weltkriegs wurden etwa 12 Millionen Deutsche aus ihrer Heimat: heutiges Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn, vertrieben. Sie mussten oft binnen weniger Stunden ihre Wohnungen, Häuser und Höfe verlassen. Man brachte die Vertriebenen größtenteils in die westlichen Gebiete Deutschlands. Nach einem Verzeichnis vom 3.8.1946 kamen 152 Personen, vorwiegend aus der damaligen Tschechoslowakei, nach Niedernberg. Die Unterbringung war nicht einfach, da in vielen Häusern die Räumlichkeiten bereits sehr beengt waren. Viele der damals Vertriebenen sind hier ansässig geworden und voll in die Dorfgemeinschaft integriert.

(Heimatbuch Seiten 383 bis 387)

Bild: Pro Person 40 Kilogramm Gepäck durften die Sudetendeutschen 1946 bei ihrer Vertreibung aus der Tschechoslowakei mitnehmen. (Foto: picture alliance / CTK).  Zum einem Bericht von 2016 "Die organisierte Vertreibung der Sudetendeutschen" (Deutschlandfunk Kultur) gelangt man hier...






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Aus der Serie"Niedernberger Persönlichkeiten, Firmen und Geschäfte":   Roswitha und Waldemar Reinhard





Was war vor 65 Jahren?

  

Links. Eine historische Aufnahme von Pfarrer Eckert (1946-64), mit der alten Kiirchenuhr und wahrscheinlich noch mit dem manuellen Läutwerk. 1981 wurde eine neue Uhr angebracht. Rechts oben eingefügt Margarethe Seitz (*1899, †1984).

1956 wurde im Kirchturm eine elektrische Läutanlage installiert. Bis dahin erfolgte die Bedienung der Glocken manuell. Vor und während der Gottesdienste waren hierfür die Ministranten zuständig. Die Uhrzeit um 6 Uhr, 11 Uhr, 12 Uhr 18 Uhr und in der dunklen Jahreszeit früher auch noch um 20 Uhr läutete zuletzt die an der Kirche wohnende Margarethe Seitz, genannt „Laid-Gred“. Für das Aufziehen der Kirchturmuhr war ihr Nachbar Albert Seitz zuständig.

(Heimatbuch Seite 476 und mdl. Überlieferung)

 




Was war vor 55 Jahren?

  
2008                                                                                                         2020

Im Juli 1966 wurde von der Deutschen Bundespost das erste öffentliche Telefonhäuschen (Münzfernsprecher) in Niedernberg vor dem Rathaus aufgestellt, damals noch in Gelb. Die Gemeinde hatte dies am 18. Januar 1963 beantragt. Ca. 2008 wurde Häuschen wieder entfernt (zwischenzeitlich ausgetauscht durch ein Häuschen der Telekom). Selbstwählferngespräche konnten ab dem 11. Juli geführt werden. Das zweite Telefonhäuschen folgte 1974 am Rosengärtchen an der Großwallstädter Straße (Anfang 2014 entfernt).

1966 waren private Telefonanschlüsse noch rar. Handys gab es noch lange nicht. Bis zu diesem Zeitpunkt bestand nur zu Öffnungszeiten der Post die Möglichkeit öffentlich zu telefonieren.

(Heimatbuch Seite 365 und Aufzeichnungen von Albert Wagner. Weitere Fotos und Infos vom Rathaus findet man hier...)


Was war vor 35 Jahren?


Mitte Juni 1986 schloss das Gasthaus „Zur Linde“.
1910 eröffnete Franz Haas die Gaststätte. Im Laufe der Jahre wurde sie weiter aus- und umgebaut. Es kamen Fremdenzimmer, eine Kegelbahn und ein Tanzsaal im Obergeschoss hinzu. 1954 übernahm Alfred Haas mit seiner Frau Irma in 3. Generation die Wirtschaft. Im Tanzsaal fanden Maskenbälle und die Weihnachtsfeiern der Vereine statt. Außerdem diente er lange Jahre den Vereinen als Trainingsraum. Die Kleiderfabrik „Gebrüder Scheurich“ nutzte den Saal in den 1960/70er Jahren als Produktionsstätte. Als die Ehefrau von Alfred Haas 1986 starb, gab er den Wirtschaftsbetrieb auf. Im Frühjahr 1996 wurden das Gebäude und die Kegelbahn abgerissen. Heute steht dort ein Wohn- und Geschäftshaus.
(Heimatbuch Seite 361 und mündliche Überlieferung. Mehr Infos und Bilder hier...)

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